Samstag, 17. August 2013

Praktische Verhandlungspsychologie

Ich mache mich sicherlich nicht allzu nackt, wenn ich sage, er ist sehr wahrscheinlich einer der schillerndsten Professoren in Deutschland. Wirtschaftspsychologe Prof. Jack Nasher. In seinen regen Interviews erzählt der Hobby-Mentalist von Beispielen aus seiner Forschungsarbeit über Verhandlungsstrategien sowie dem Detektieren und Entlarven von Lügen. Ein Beispiel, das er stets nennt, ist dieses von zwei Zwillingsschwestern, die sich um die letzte Orange streiten. Weil der Mutter das Ganze zu bunt wird, teilt sie die Orange und gibt jeder eine Hälfte. Beide sind damit unzufrieden. Hintergrund dieses unvorteilhaften Kompromisses ist, dass die eine lediglich die Schale zum Backen benötigte, während sich die andere nur den Saft zum Trinken auspressen wollte. Sein induktiver Schluss: wenn wir verhandeln, dann oft nur um ein Kriterium (in der Regel: Preis). Das führt zu einem Kompromiss, der stets die schlechteste der Lösungen ist, eine loss-loss-Situation sozusagen. Besser sei es, so Nash, nach den Interessen zu fragen und auf Basis der Interessen eine Verhandlungslösung zu suchen. Er fügt erneut ein Beispiel ein: wenn ich mir ein Auto kaufe, dann sondiere ich vorher und stelle fest, dass das Auto, das ich möchte zwischen 25-30k liegt, also setze ich 20k in der Verhandlung an. Nach zähem Preisfindungsprozess steht am Ende 27,5k, für beide kein maximales Verhandlungsresultat. Viel vorteilhafter wäre es gewesen, wenn ich als Kunde Zusatzleistungen wie Reifen, TÜV etc. dazu bekommen hätte, was für mich einen großen Nutzen hätte (Zeitersparnis z.B.) und wofür ich letztlich sogar 35k bezahlt hätte, womit der Verkäufer wiederum eine größere Gewinnmarge gehabt hätte, da ihm die Zusatzleistungen weniger Kosten, als der Kunde im Gesamtpaket zu zahlen bereit ist. Verhandeln ist demnach ein Ausloten unterschiedlicher Interessen. Oder noch konkreter: Ziel des Verhandelns muss die maximale Interessenbefriedigung der Verhandelnden sein. Wer mehr zu diesen, wie ich finde, durchaus spannenden Fragen, und wie man z.B. jemanden mit 10€ glücklich machen kann, obwohl die Alternativen 50- oder 100€ gewesen wären, erfahren möchte, der sehe oder lese mehr von Jack Nasher.
Zum Schluss des ersten Kapitels spielen wir doch noch ein kleines Ründchen vis-a-vis!
Hemdvergleich. Passt.
Dufter Dresscode.

Da fällt mir doch noch ein, am charmantesten fand ich ja, als er bei Regen einen unüberdachten Bahnübersteig entlang laufen musste - die wahrlich lang sein können-, er jedoch keinen Regenschirm hatte, um trocken bis zum Zug zu kommen. Also wartete er kurz, ehe eine junge Dame mit Schirmchen kam und fragte sie, ob er nicht den Schirm halten dürfe und sie ihn dafür mit drunter lassen würde. Die Dame nickte zustimmend. Eine win-win-Situation. Dass sein Kontaktbedürfnis mehr in der Attraktivität der jungen Dame begründet lag, notieren wir als Bonbons des Lebens. 
~
Auf den ersten Akt, folgt sogleich der Zweite. Dieser führt uns weg von der Wirtschaftspsychologie, bleibt aber an der Grenze zur Verhandlungspsychologie. Es soll um die schlagzeilengeprägte Geschichte des Mehmet Göker und seiner MEG AG gehen. Wie kann ich mir die MEG AG vorstellen? Nun wir alle kennen Jahrmärkte und ein bekanntes Souvenir dort sind Helium Luftballons z.B. als Micky Maus-Motiv - nichts anderes ist bzw. war die MEG AG. Etwas also, dass von außen sehr schön glänzt, aber früher oder später 

Ja, kein Wunder, Sportsfreund, dass das in die Grütze ging..
zum Platzen verdammt ist. Die preisgekrönte Reportage gibt einen tiefen Einblick in Abgründe einer Branche, wenn die beteiligten Menschen auf mehreren Ebenen und Verhandlungspositionen abheben, mithin jedwede Bodenständigkeit ausziehen und sich damit selbst enthaupten. "Wir setzen den ganz großen der Zunft die Hörner auf. Wir werden die #1, nein, wir sind die Nummer eins", große Töne. Doch Leistung wird an Taten gemessen, nicht aber daran, wer am lautesten Schreien kann. Ursachenforschung: "Zu viele millionenschwere Partys? Sektenartige Strukturen? Ach was! Läuft...". Soweit richtig. Mit dem "läuft", lag der founder sehr richtig, doch vergas er danach das "..voll gegen die Wand"!

Egal ob Versicherungen oder Finanzprodukte, wer Anreize nach oben schaffen will, der muss auch Haftung nach unten sicherstellen. Aller Ursprung dieser Erde sehnt sich nach Gleichgewicht, viele Versicherer oder Financiers können oder wollen es nicht verstehen. 
Gönnen wir uns zum Abschied der Leichtathletik WM noch ein paar genussvolle Impressionen aus Moskau.
House of Music, Moskau
Wenn du studieren willst, in Moskau lässt es sich ganz gut, zumindest Einrichtungstechnisch - sagt man..
Winterliches Moskau

Donnerstag, 15. August 2013

C'est élite mondiale!

~30km quer durchs großstädtische Umland
Für gewöhnlich laufe ich in Trainingstagen auf meiner längsten Strecke - einem ca. 30km Schleifchen - im genussvollen 2:45-3:00h-Endzeit-Tempo, bis ich mir heute Nacht dachte, "Jung', gönn dir doch auch mal was! Du kannst es doch..". "Ja?", fragte die andere, vernunftgeprägte Seite ernsthaft und mit vorsichtiger Skepsis. "Nicht verzagen, Papa fragen", signalisierte die mutige Stimme mit ganzer Überzeugung in seiner Replik. "Okay, muss reichen", gestand ich mir letztlich ein. Also zum ersten Mal nahm ich eine Uhr mit auf die Reise und lief also, was die Beine hergaben und was ich die letzten Tage bei der Leichathletik-WM so visuell aufgesogen hatte - von winzigen Stakkatoschritten und schlabbernden Händen einer Japanerin, bis hin zu 
Upps, das is der falsche..
maximaler, spagatartiger Amplitude im Stile eines Mo Farah. Es war verdammt schnell. Total gelöst. Befreiend. Im TGV-Express-Tempo. Nur eleganter, weil schlanker. Trotz einer sehr unglücklichen roten Ampel stand am Ende eine 2:10:05 auf der Uhr, also 
rund 35-50min unter Standardzeit - unfassbar, bedenkt man die Spontanität, das Ganze völlig aus dem vollen Training heraus einzubaun. Setzt man dafür großzügig die 30km dafür als Streckenwert an, dann reden wir hier von einer Marathon-Marschroute zwischen 
Zweite Versuch schaut besser aus..
2:45-3:00h-Endzeit. In gut drei Jahren ist das durchaus ordentlich - vorausgesetzt es lässt sich dann auch im Herbstwettkampf so umsetzen, aber da ich zumindest heute keinerlei Ermüdungserscheinung oder Ähnliches notieren muss, als ich mich nach der Arbeit fühle, als hätte ich mich im Sonnenstuhl zwei gemütliche Stündchen zurückgelehnt und mir die Sonne gewünscht..

Dienstag, 13. August 2013

"Hab' ich ganz vergessen!"

"I have a dream that my four little children will one day live in a nation where they will not be judged by the color of their skin but by the content of their character" be public servants and thereby exploit the not-privileged retirees by their public pension. A crucial dream that came true today.

Das Zitat in Anlehnung an Martin Luther King ist eines der Zitate, die ich niemals aus meinem Kopf loslassen werde. Was in den Vereinigten Staaten der Kampf oder zumindest Konflikt, mindestens aber Kontrast, zwischen Weißen und Schwarzen ist, das wird in Zukunft hierzulande die Auseinandersetzung zwischen Beamten und Angestellten bzw. Pensionären und Rentnern. Warum? Weil es wie in Stein gemeißelt ist. 

Nehmen wir einmal an, in Deutschland würde eine akute Wasserknappheit herrschen, was würde der Werther über die Wasserverteilung tun? Sich selbst den Hahn abdrehen? Garantiert nicht. Er würde allen etwas weniger zugestehen, gewiss aber sich zu allerletzt. Absurd genug also, dass eine Entscheidung, die das Leben von Generationen nach uns bis zum Ersticken einschnüren kann, in den Händen derer liegt, die heute einen unfassbaren Nutzen haben. Altruismus?Nein, danke. Spass. Sehr gerne natürlich, aber nicht auf meine Kosten, bitte“. Ja, auf wessens denn? 


Schwein gehabt!
Nur mal zur Einordnung: Beamte, die ab dem gehobenen Dienst (Politiker inklusive) ohnehin zu den Top 10% Verdienern dieser Gesellschaft rechnen, sollen noch round about 70% ihres letzten Nettoeinkommens erhalten, also fast das Doppelte wie ein Angestellter. Bis zum Tode. Naja, macht bei einem Bundespräsidenten der sich mit 50+ aus dem Amt lobt bei der heutigen Lebenserwartung ja nur schlappe 40 Jahre. Begründung: Wir werden doch nicht älter bzw. ja, eigentlich schon, aber für die Beamten darf man diesbezügl. keine Anpassung vornehmen, weil das eine Erfolgsgeschichte seit dem Preußischen Kaiserreichs ist, wo nichts dran zu drehen ist. Aber ja doch, in den letzten gut 200 Jahren hat sich auch nichts in der Historie getan. Neuer Begründungsversuch: Ein Beamter muss seinen Lebensstil auch im Alter annährend beibehalten. Ja, da wird nun aber niemand wiedersprechen. Bleiben wir bei dem o.g. ominösen Ex-Bundespräsidenten, dessen Bettina kann man doch zweifelsohne nicht die Tür des teuersten Modegeschäfts in diesem Lande vor der Nase zusperren, nur weil die Pension des Gatten nicht so üppig wie das Lebensgehalt ausfällt. Dann könnte sie mit ihren besten Freundinnen nicht mehr die großzügige Kö-Runde flanieren. Das wäre aber auch ein Jammer – ausgeschlossen also. Was aber tun-Fisch Zeus? Die Götter sind besoffen. 


Spiegel-Bild
Wir wissen heute, dass eine Lawine der Schuldenflut, auch genannt als Pensionslast der Beamten, auf unseren Staatshaushalt zufließt und das gesamte Haushaltsfass dermaßen zum Überlaufen bringen wird, dass alles menschliche Leben auf deutschem Boden danach absaufen wird, weil jeder Investitionsspielraum zum Erhalte des Staats in den Pensionen heutiger Beamter und morgiger Luxuspensionäre versickern wird.Ja, aber ist das unser Problem oder mehr noch, sollen wir deswegen auf unsere zugesagten Pensionen verzichten? Hätten doch die Generationen vor uns tun können!“. Da sind sich Beamtenbund und Politik völlig eins. Na dann is doch alles im Boot zum sicheren Überlaufen verdammt. Es gibt eigentlich nur vier Konstellationen bzw. Lösungen:

1) Die Beamten stimmen für einen massiven Einschnitt ihrer Pensionen oder heben sogar den Status völlig auf. Eine Revolution. Keine Sorge, das wird nicht passieren.
2) Die EU klagt oder erlässt entsprechende Verordnungen gegen die unverantwortlichen Folgen des Beamtenstatus und der einhergehenden, allzu üppigen Pensionslasten. Ein jeder wird lachen, dass Beamtenmoloch schlechthin, die EU, soll gegen seine eigene Konstitution vorgehen, das wär als würde ein Hund seinen letzten Knochen an einen anderen Hund verschenken. Never gonna happen, either!
3) Es wird zum Bürgerkrieg zwischen Angestellten und Beamten kommen. Der stärkere möge gewinnen! Vivre l’allemagne..
Zu früh gekommen: Xmas 2013 am 22.09
4) Alles bleibt wie bisher. Der Staat wird im Schuldenchaos á la Griechenland enden – immerhin Erfahrungen und Lehren (zumindest ersteres) damit sind zwischenzeitlich bekannt. Das heißt, „haircut“ wird kommen, der Staat wird also seinen treasury-Verpflichtungen nicht nachkommen können, was wiederum am stärksten die angestellten Sparer trifft, weil die im Gegensatz zu Pensionären heute schon wissen, dass ihre Rentenlücke so groß ist, dass sie mit Kapitalanlagen vorsorgen müssen. Das heißt, ein weiterer Verstärker der Problematik, wie eine Pest, die sich immer weiter Land auf, Land ab unter dem größeren Teil der Bevölkerung ausbreitet und dabei ist, diese finanziell der Guillotine zu unterwerfen. Apokalypse, ahoi!

Montag, 12. August 2013

Praktische Entscheidungspsychologie

Es passierte an einem Montag, meinetwegen auch Dienstag oder was dem Leser am meisten taugt - spielt die entscheidene Rolle nicht, wohl aber das wir Physik hatten. Wenn ich sage wir meine ich eine kleine, aber feine Gruppe an besonders lockeratmigen Menschen (4 Jungs, 2 Mädchen in nackten Zahlen), die so viel nicht anzufangen wußten mit Physik. Wer also eine Lektion der Güte physikalischer Zusammenhänge erwartet hat, den bitte und verweise ich denn doch lieber um bzw. auf eine Privataudienz beim Papst. Wir - und diesmal meine ich mich und den Anteil der Leser, die es bis hier hin geschafft haben und die weiter dabei bleiben - widmen uns dem eigentlichen Thema dieser, unser eigenen Physikstunde. Und zwar ging es um die nicht zu unterschätzende Frage, die ich insofern mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt habe, was mache ich, wenn mir im Urlaub zwei T-Shirts oder Top's oder was auch immer, gefallen

'Ja, ist der jetzt total bescheuert, das ist doch sonnenklar', mag ein mancher vorschnell oder mit Recht denken. Gehen wir das ganze mal plausibel und analytisch an. Faktisch habe ich ceteris paribus (muss in der Folge weiterhin stets gelten, sonst wirds allzu kompliziert) vier Möglichkeiten: 1) ich nehme beide 2) ich nehme das linke 3) ich nehme das rechte 4) ich nehme keins.
Kurzer schwenk zurück in die besagte Physikstunde. Nun, eines der beiden Mädchen erzählte - mit großem Selbstverständnis, sie hätte beide genommen. Was für sie, für die anderen offensichtlich auch, eingängig und klar schien, hat in mir das philosophische Hamsterrad, weit über die Physikstunde hinaus, ins Rollen gebracht. Immer wieder und in fast allen Alltagsmomenten und Lebenslagen begegnet mir dieses Bild und obwohl es eine so vermeintlich einfache Entscheidung ist, verfolgt es mich wie ein endloser Rattenschwanz. 


Ein Geschenk der...
Nehmen wir zwei Tafeln Schokolade, am besten zwei ähnliche, also sagen wir mit Haselnüssen oder Mandeln. Ich weiß, ich habe vier Wahlmöglichkeiten, schmecken tun mir beide. Ich wähle Haselnuss. Warum? Weil ich diese Nüsse etwas lieber mag, als Mandeln. Und jetzt beginnt das schlechte Gewissen, obwohl ich Haselnüsse sogar lieber mag, als Mandeln, frage ich mich nur noch: 'warum hast du nicht lieber mit Mandeln genommen? Die is doch viel seltener, außerdem sind Mandeln teurer usw. blabla' - völlig losgelöst davon, das mir die, für dich ich mich entschied, schmeckt, ja, sogar besser schmeckt, sehe ich mich nur mit Selbstvorwürfen konfrontiert und möchte lieber doch die andere haben. Analoges Beispiel: In Korsika bin ich in einem Souvenirshop und finde zwei tolle Korsika-Shirts, eines in besch, das andere in dunklerem braun. Beide gefallen mir sehr. Ich gehe letztlich mit dem Beschen. Ihr wißt, was kam. 'Warum hast du nich doch das braune genommen? Das war doch viel schöner..' (War's nicht!)
Die Lehr' von der Geschicht': Hätte ich mal lieber besser in der Physikstunde aufgepasst!

Übrigens, hab diese Woche - weil's so schön war - meine 10€-Challenge nochmal wiederholt! Ergebnis:
4x300g Milka Nuss Nougat Creme
2x300g Milka Noisette
2x400g Zentis Belmandel
'Kann man nicht meckern', sagte der Papst Papa.. dem aufmerksamen Leser ist indes aufgefallen, dass es diesmal nicht mehr für die Äpfel reichte :D Ja, völlig richtig, was ein Jammer! Naja, geht so; hab sie einfach bei meiner Mutter - die seit gestern ausm Urlaub zurück ist(-.-) -, unten auf'n Einkaufszettel mit druntergequetscht - läuft also auch..

Samstag, 10. August 2013

It's Showtime

Mockba
Es sind diese winzigen, sekundenschnellen Momente, für die es sich lohnt zu leben. Du bekommst sie nicht geschenkt, musst sie dir in jahrelanger, täglich-harten Arbeit verdienen. Unzählbare Stunden der Qual, für wenige Sekunden des Genusses, das ist Leben. Ein altes deutsches Sprichwort besagt, "Müßiggang bringt Schand' und Not, der Fleiß hingegen Ehr' und Brot" oder noch etwas knapper „Müßiggang ist aller Laster Anfang“. Jeder gebildete Künstler wird ebenso zwei präzise Gegensprichwörter großer Philosophen entgegen können, doch soll es hier nicht weiter um diese Debatte gehen. In diesen Tagen treffen sich die besten Leichtathleten der Welt in Moskau, der Stadt mit dem bekanntesten Kreml der Welt an der Moskwa.

Er passt nicht ganz. Gehört aber dazu!
Schon vor den ersten Tagen haben sich die Schatten der zu erwarteten Höchstleistungen und der spannenden, kontinentalen Duelle vorausgeworfen. Werden die Äthiopier und Kenianer bei den Herren weiter ihre Vormachtstellung auf den langen Mitteldistanzen (5000m und 10000m) gegen einen Briten, der eigentlich keiner ist, einbüßen? Wie schauts auf meiner eigenen Distanz (Marathon) zwischen Asien - Japan, dem Mutterland des Marathons-, Afrika und Europa aus? Können wir uns auf deutsche Gesichter auf dem roten Kunststoff des Luschniki-Stadions freuen?

Gesa
Der erste Tag hat bereits einige erstaunliche und doch bekannte Antworten gegeben. In der Marathon-Damen-Konkurrenz konnte die Kenianerin Edna Kiplagat ihren Titel vor der Olympia-Achten Valeria Straneo der Japanerin Kayako Fukushi verteidigen. Um das ganze etwas plastisch darzustellen, vergleiche ich die Zwischenzeiten der Damen-Weltklasse mit den meinen vom Duisburg Marathon im Juni.


Gefunden :)
10-km:                34:12     + 8:48 min
1/2marathon:    1:12:58    +17:02 min
Endzeit:           2:25:44      +38:16 min

Am Ende haben mir die Damen trotz des Sommers über 30min eingeschenkt, und zwar kontinuierlich. Dass der Abstand sukzessive ansteigt, nicht aber exzessiv, könnte ich mir aber auch positiv auslegen. Aber es soll hier ja in diesem Kontext um die Protagonisten in Moskau gehen. Wo wir schon bei Titelverteidigern sind. Da hat direkt noch jemand seinen Titel verteidigt und der ist nicht hoch genug zu bewerten. Mo Farah! Der aus Somalia stammende, aber früh nach London immigrierte und schon viele Jahre in den USA lebende und trainierende, Brite, dem man seine Nationalität auch nicht unbedingt auf dem ersten Blick ansieht, der aber spätestens dank London 2012 mit zwei Titeln - auf zwei für Europäer scheinbar unmöglich zu gewinnenden Distanzen gegen die Hochlandafrikaner - einer der britischen Olympia-Helden wurde und so irgendwie doch ins Herz geschlossen wurde. Und das mit vollem Recht. Mein Läufer-Herz hat er sowieso verzaubert. Apropros Herz, da war doch noch eine dritte offene Frage. Genau, eine der schönsten deutschen Frauen, aus einem kleinen beschaulichen Örtchen in Hessen kommend und seit längerem in Frankfurt lebend und für die LG startend, rundete den großen Distanzlauf-Tag ab. Gesa 
Papa

Felicitas Krause. Mädl, bist du schön! Aber da sie das auf sicher selbst weiß, wollen wir das nicht weiter erörtern. Viel wichtiger: sie hat es erneut in ein großes Finale geschafft, dem 3000m-Hindernis-Finale! Als ich Anfang der Woche spontan versuchte diese Gefühle dieser drei von mir vorgestellten, mehr oder weniger großen Gewinnern, zu replizieren, fielen mir einige wenige Kleinigkeiten auf. Dienstagabend, es war warm, eher leicht bewölkt, da ich den Entschluss fasste noch ein kleines Ründchen mit freiem Oberkörper zu laufen. Aus dem kleinen wurde dann doch wieder meine Standard-15km-Schleife, egal. Bemerkenswert war, dass mich viele Autofahrer wie nie anstarrten und ich konnte ihnen zwei Denkmuster bieten: Entweder würde ich langsam mit meinem knochigen Körper laufen und sie denken lassen, ich sei krank oder aber ich würde extrem schnell laufen und ihnen implizieren, ich würde afrikanische Gene und/oder Ambitionen haben. Ich entschied mich für letzteres. Und es war geil! Ein Dauerrausch. Im Spagatschritt, mit einer riesen Amplitude, hab ich Kilometer um Kilometer abgelaufen, als sei ich eines der Flugzeuge, die hier alle 2min am Himmel runter- oder raufgehn - nur ohne Motor! Es ist schön ein menschliches Flugzeug zu sein.
Nach dem besagten Lauf..
Hero!

Donnerstag, 8. August 2013

Ludo!

Nein, nein und nochmals nein, sei an denjenigen gerichtet, der jetzt etwas zu Keinohrhasen oder Til Schweiger erwartet. Heute soll es vielmehr um die Maxime oder den Imperativ - ganz wie man möchte, "Mensch ärgere dich nicht", gehen, als ich mich in der Top-10-Serie den Brettspielen widme. Hier reicht die Varianz von alten zu neuen, von kurz- zu langandauernden über Zwei- zu Mehrspielerbrettspielen.


#10 - Hobbits 


Ich mag und mochte besonders Abenteuerspiele, so geht es in "Hobbits" auf die abenteuerliche Reise durch J.R.R. Tolkiens "Mittelerde", um den gefährlichen Drachen zu besiegen. Spannende Spielkarten machen das Spiel interessant, wendig und lebendig - vor allem für drei Spieler. 

#9 - Spiel des Lebens ♥♥

Aber nun wirklich einer der Klassiker schlechthin, den nun wirklich jeder in irgendeiner Form kennen dürfte. Worum geht's? Schlicht und ergreifend, um's Leben. Ja, in der Tat. Als kleines Kind kommt einem das alles noch sehr entfernt vor, wenn es heißt: Studieren und Familie mit Kindern gründen, sind erstrebenswerte Lebenswege. "Mir doch wumpe", denkst du dir als Kind, der Weg, mit dem ich das Spiel gewinne, ist der richtige Lebensweg, das ist das Credo. Was lernen wir? Den Faktor Glück kannst du nicht wegfauchen im Leben..

#8 - Fahrradtour kreuz und quer ♥♥

Ganz genau, schon bevor die Ära eines gewissen Jan Ullrich's begann und als ans Fahrradfahren - mit oder ohne Stützräder, zu denken gewesen ist, gab es einen ersten Bezug zu Fahrrädern. Ein sehr sehr einfaches Spiel, aber darin liegt ja so oft der wirkliche Spielspass. Genauso ist es auch hier. Egal, ob jung oder alt, es macht immer Spass. Recht kurzweilig im Großen und Ganzen. Und kurz beschrieben, geht's darum seine zum Start gezogenen Bilder auf der Fahrradtour - mit mehr oder weniger Hindernissen, auf dem möglichst schnellsten Wege, abzustrampeln. Zwar spielt hier jeder auf eigene "Tour", aber ich finde es dennoch das My unterhaltsamer, als Scotland Yard.

#7 - Spiel des Wissen ♥♥

Jaaha, ich lieb(t)e auch Wissensspiele! Das "Spiel des Wissen" zeichnete, wie viele dieser Art, die Allgemeinwissensbasis aus, als es wichtig ist, auf möglichst jedem Gebiet ein gewisses Grundlagenwissen mitzubringen, denn es nützt dir nichts, wenn du jeweils nur in Sport, Naturwissenschaften oder Geschichte gut bist, da du nur gewinnen kannst, wenn du alle Planeten eroberst. Ein Muss in jeder Spielesammlung.
#6 - Ran 

Wer gewinnt die Meisterschaft? Wer gewinnt den Pokal? Das sind Fragen, um dessen Antworten in "Ran" gespielt und gekämpft wird. Auch hier sehr überzeugend, sind die abwechslungsreichen Ereigniskarten und -felder. Für Fussballfans eine sehr gute Ergänzung oder Substitution zu oft recht langweiligen 90-Minuten-Fussballspielen im TV. 
 

#5 - Hotel 

Wir nähern uns den absoluten Koryphäen unter den Brettspielen - kurzum: den Top 5. An Hotel begeistert vor allem der schöne Nebeneffekt, den die kulturell sehr unterschiedlichen Hotels bieten, um die die Spieler konkurrieren. Vom Spielprinzip ein abgewandeltes Monopoly, aber wie ich finde eben durch die Hotels, die man in echt selbst gerne managen oder bereisen würde, noch einen Tick reizvoller. Schöner Nebenlerneffekt: Qualität hat seinen Preis!


#4 - Activity 

Es ist eigentlich wie gemacht für mich. Ich kann nicht malen, liebe Tabu und Cranium und hasse Pantomime - würde aber alles dafür tun, um zu gewinnen. "Nackt auf den Kopfstellen?", "Klar! Ich kann zwar keinen Handstand, aber wenn's dem Team hilft". Also der Unterhaltungsfaktor ist auf sicher unübertrefflich, wenn man offene und schamlose Spieler in der Runde genießt.. Am wichtigsten und das wiederum ist über das Spiel hinaus nicht unwichtig, dass man es versteht zu analysieren, das im Wortsinne "zerlegen" bedeutet, was wiederum demonstriert, dass in der Einfachheit der Erfolg liegt. Wem es am besten gelingt, das scheinbar Komplizierteste und Unmögliche aufs Einfache und Wesentliche runterzubrechen, dessen Team wird triumphieren. 

#3 - Lifestyle 

Schau mir in die Augen und ich sag dir, was du denkst. Nein, aber so oder so ähnlich verhält es sich bei Lifestye. Gewinnen tut derjenige, der seine Mitspieler am besten einschätzen kann! Das heißt, beim Thema bzw. der Kategorie "Reisen" zieht der exekutive Spieler vier Karten, wählt dann jeweils Vor- oder Rückseite und entscheidet dann nach Relevanz von a bis d, z.B. auf die Frage, an welchem Ort er am besten entspannen kann. Die anderen wählen ebenfalls a bis d, undzwar aus der Perspektive des am Zuge befindlichen Spieler's - oft hilft es natürlich auch, einfach seine eigene Wunschreihe zu legen-, freilich aber nicht immer. Ich liebe einfach diese Bilder auf den Karten, egal ob Kulinarisches, Sportliches oder die verlegensten Orte dieses Planeten!

#2 - Stratego 






"Na endlich!", werde die Strategen denken. Ja, auch Strategie-Spiele genießen selbstredend ein hohes Ansehen unter den Brettklassikern. Insbesondere sind es bei mir die 2-Spieler-Spiele, die mich zu meist faszinier(t)en. Mastermind, Mühle, alles Spiele, die in diesem Kontext bzw. einer Liste, die über eine sehr kleine und selektive Auswahl der besten zehn hinausreicht, einen hoch einzuordnenden Platz verdienten. Der Kampf von Gegner zu Gegner, das 1 gegen 1 ist nicht nur weil derzeit die Fechtweltmeisterschaften in Ungarn stattfinden, die Mutter der Brettspiele. Es schafft schon per se Flexibilität und Komfortabilität, als eben nur zwei Spieler sich finden müssen. Nun aber in medias res! Worum geht's hier? Nun, wie in der klassischen Hierarchie einer Armee, hat hier auch jede Figur ihren Rang, je höher, desto stärker ist sie dementsprechend. Das heißt, dass wenn z.B. ein 3-Sterne-General von mir auf einen Aufklärer des Gegners trifft, dann bedeutet dies dementsprechend das Ableben des Aufklärers - so isses nun mal im Krieg. Ziel des Ganzes ist es, die Fahne des Gegners zu finden. Ich kann dafür unterschiedliche Strategien wählen, wie oben z.B. meine Fahne völlig verbetonieren, so dass wenn der Gegner am Ende keinen Bomben-Entschärfer mehr hat, er nicht mehr gewinnen kann. Oder ich stelle starke Einheiten nach vorne bzw. vize versa. Alles hat seine Vor- und Nachteile, denn die stärkste Einheit kann ich z.B. nur mit einem Spion besiegen, dieser wiederum ist aber gegen andere Einheiten sehr schwach, insofern gilt es den besten Mix aus Angriff und Verteidigung zu finden oder martialischer ausgedrückt: am besten beschütze ich meine Einheiten durch Offensive.

#1 - Die Siedler - das Kartenspiel ♥

Ein zwei Spieler Spiel gewinnt und das mit klarem Abstand. Wer Geschichte, Handel, Religion, Wirtschaft und/oder (historische) Urbanistik liebt, der wird dieses Spiel lieben. Es geht darum, eine Zivilisation aufzubauen, von der puren Natur über Rohstoffakkumulation, zu menschlichen Einheiten und letztlich zur Stadterbauung. Besonders mit der Erweiterung, also mit noch mehr Ereignissen, Charakteren und Gebäuden, ein unermüdlicher Spielspaß. Dauert lange, aber das stört bei dieser Vielfalt herzlich wenig!
Verbleibt mir nur noch zu sagen, dass doch nichts über einen guten Gesellschaftsspieleabend geht! Dafür kann ich mich immer begeistern - von Doko ganz zu schweigen..

Mittwoch, 7. August 2013

"Let me entertain you!"

Von Vorabendserien über Prime-Time-Unterhaltung, möchte ich heute meine best of der 1990er vorstellen.

#10 - Geld oder Liebe ♥♥♥♥♥

Es war der Samstagsabend-Klassiker der ARD - wie es so schön heißt: für die ganze Familie. Warum? Weil es tatsächlich alles bot. Die 6 Kandidaten, je 3 Frauen und 3 Männer, jung, Singles und im Berufsleben, mussten die Berufe der anderen erraten, jeweils in anderer Paarkonstellation miteinander spielen d.h. es wurden 3 Spielrunden gespielt und am Ende stand ein Paar, dass unabhängig voneinander die Wahl hatte Geld oder Liebe zu wählen - freilich kam es auch vor, dass einer Geld wählte, während der andere Liebe, was wahrlich keine positive Botschaft an die Liebe ist, als einer das erspielte Geld alleine mitnahm, während der Liebende leer nach Hause ging. Übrigens selbst wenn beide Liebe wählten, war die tatsächliche Liebesdauer in etwa so ergiebig, wie die von Herzblatt - also äußerst bescheiden, was man so vermutete. Dennoch tolle Unterhaltung(en) und so verrückte Spiele, die noch wirklich richtig kreativ waren.

#9 - Verbotene Liebe ♥♥♥♥♥

Oh ja, was habe ich es gesuchtet! Von Anfang an, jeden Tag. Und dann schaut man es tatsächlich auch jeden Tag, man will ja wissen, wie es weitergeht. Wenn man das nicht mehr supporten kann, gewöhnt man es anderer Weise auch schnell komplett ab - doch die Gefahr wieder rückfällig zu werden, ist erstaunlich hoch. Was ist das Faszinierende? Nun, es ist wie ein guter Episodenfilme. Alle Stränge laufen immer wieder zusammen, sind in irgendeiner Form miteinander verflochten. So dreht sich der Kreis solange, bis einer sagt "i moag ne mea". Dann entstehen entweder neue Konstellationen oder der Charakter wird 1zu1 ersetzt und genau das ist der eine Moment, wo ich einen Haken dran machen kann als Zuschauer und mit aussteige. Das ist eben so ein Moment, wo es vorbei ist und eine neue Zeit beginnt, wo auch das Drehbuch sich wieder neu erfindet und wir Menschen sind ja per se immer skeptisch (wir Nostalgiker gleich noch mehr), wenn etwas Neues sich ankündigt. Das ist verblüffend, aber es ist so. Mir würde es nie gelingen, eine Episode mit Charakteren, deren Geschichte ich von Anfang an verfolge, einfach abrupt aufzugeben, nein, ich will wissen wie es weiter geht und endet. An diesem Knickpunkt dann weicht die Euphorie und totale Neutralität, die Neuen müssen sich erst bewähren, können niemals die alten sofort adäquat, emotional ersetzen und müssen sich ihre Gewohnheit durch Leistung erst wieder hart erarbeiten - so man ihnen die Chance gibt. Ich hatte immer wieder Phasen, wo ich an solchen Knickpunkten entweder komplett weitergeschaut - allerdings seltener, weil ich wirklich eine ganze starke emotionale Bindung zu einzelnen Charakteren aufbaue und ganz abhängig von dessen Erlebnissen in der Serie bin - oder aber erst mal einen längeren Break gemacht habe. 

Heute, kucke ich es schon lange nicht mehr, es existiert also nur noch die 0-Phase und das kam, weil ich pro Ansgar war und total contra Tanja, weil aber zunehmend und ausschließlich Tanja die Oberhand behielt, war mein Mitfiebern nur noch mit Leid und Schmerz verbunden und als ich dann las, dass Tanja im waren Leben auch noch Lahnstein heißt, da wußte ich, sie hatte und würde in dieser Serie immer die Zügel in der Hand halten und die Gewinnerseite symbolisieren. Damit wollte ich mich zum Glück nicht anfreunden.

Wohl aber habe ich noch genau die Episode einer Liebesgeschichte vor Augen, die so anders war. Einerseits wunderschön, anderseits so ambivalent zu den Kabalen am Hofe, weil ohne jedwede Intrigen. Es war die Geschichte von Cecile (dort eine Französin, wie ich sie mir in meinen schönsten Träumen vorstelle♥) und Leonard. Gott - den es nicht gibt, segne ihre wunderschönen Haare, Augen, einfach alles an ihr! Sie ist so...

#8 - Geh aufs Ganze - ♥♥♥♥♥
Also wenn du diesen roten Vogel hier zuhause hast, dann weißte, irgend etwas ist schief gelaufen. Fragt mal Volker aus dem Videoexempel ;) Jörg Dräger zockte auf Sat 1 "spontan" mit seinem Publikum, das bedeutete, er hält dir zwei, drei Umschläge hin und dann beginnt das zocken: Nimmst du dir den gelben, kanns passieren, dass er dir 500Mark für den blauen bietet, dann denkst du, nein, ich behalt den gelben, in die Falle tappe ich nicht. Machst auf und Dödö, der Zonk. Konnte natürlich auch sein, dass dann 2000Mark im Umschlag waren. Viele haben sich verunsichern lassen. Dritte Möglichkeit, die Attraktivste. Statt Geld für den Umschlag, bietet er dir an, ein Tor zu nehmen, dahinter konnte ein Auto, eine Reise oder natürlich der Zonk :D sein. Klassisches Entertainment mit nem passenden Moderator!

#7 Familienduell ♥♥♥♥♥

100 Leute haben wir gefragt, nennen sie...! Das war der Satz, den Werner Schulze-Erdel zur besten deutschen TV Zeit, kurz vorm Mittag, bei RTL zwei Familien bzw. -mitglieder fragte. Total simpel, je nach Können stellte eine Familie ihre 5 Teammitglieder auf, denn die ersten 4 mussten jeweils vor Beginn der Fragerunde vorne darum buzzern, wessen Familie um diese Frage dann spielen darf. Buzzerte ich zuerst und traf die zweit beste Antwort der Leute so hatte der Gegner noch die Chance, mit der erstbesten Antwort, die Frage in sein Team zu holen. Dann ging es chronologisch im Team weiter, die restlichen Antworten zu finden. gelang dies, gab es Punkte. gab es drei falsche, so konnte der Gegner, mit einer richtigen Antwort, alle bisher erspielten Punkte in dieser Frage erspielen, indem alle 5 befragt wurden und das häufigst genannte in die Wertung ging (was gut sein konnte, aber total daneben). Einer der 5 - der letzte, musste also nie vorne buzzern. Das Gewinnerteam, das die meisten Punkte nach den 4 Runden hatte durfte im Finale mit zwei Teammitgliedern antreten und selbstverständlich um Geld spielen. In der nächsten Folge, durften sie dann maximal eine Woche lang - soweit ich mich erinnere, ihren Titel verteidigen. Im wahrsten Sinne des Wortes ein sehr unterhaltsames Familienduell, das eine gute Ferien- oder Krankheitsbeschäftigung war und strategische Anregungen aufwarf, wer in der eigenen Familie hierfür geeignet wäre. Soll wohl übrigens bald auch ein Remake auf RTL geben, wie ich kürzlich bei Spiegelonline las. Nicht sicher..
Weltklasse nor? "..ein besonders farbprächtiges Tier!" "Zebra" :D - Roichtich! Na sicher, Peter..

#6 - Die Nesthocker- – Familie zu verschenken ♥♥♥♥



Was den Humor angeht, war die Serie einfach nur weltklasse! Und auch hier gings wieder um Familie, wie wir sie in der typischsten Form kennen - jedes Klischee bedient! Aber halt top gemacht. Der Sohn, der nicht ausziehen will. Die Oma, die nicht ausziehen will. Die Mutter, die alle Generationen ertragen muss. Irgendwie seiner Zeit gut vorausgedacht. Sehr intrigenreich gemacht und das familisierte Chaos! Übrigens, weglaufen bringt gar nichts. Das zeigt die Serie sehr schön. 
#5 - Nicht von schlechten Eltern ♥♥♥♥

"Nicht schon wieder Sabine Postel", mag der ein oder andere denken. "Ja nun, da machste nix", muss ich antworten. Die heutige Bremer Tatort-Kommissarin hat mal ganz klein Anfang der 90er mit einer - wie soll es anders sein, familienorientierten Vorabendserie, in Bremen begonnen. Eine Großfamilie, mit großartigen Schauspielern, einem Leben, das zwischen zuhause und Schule stattfindet, weil irgendwie jeder eine Verbindung zu der Schule hat und Kindern, die sich nichts sehnlicher Wünschen, als das Wegsehen ihrer Eltern. Ausziehen will dafür jedoch keiner.. sehr kurzweilig, einfach angenehm nett.
Die Intros waren ja sowieso immer weltklasse!

#4 - Ein Käfig voller Helden ♥♥♥♥♥

Sie sind Kriegsgefangene in Deutschland. Irgendwann zwischen 1939 und 1945 in der Nähe von Hammelburg. Es ist die Zentrale für das Ein- und Ausschleusen der Allierten Truppen. Natürlich kommen insbesondere Oberst Klink (Leiter des Gefangenenlager) und Feldwebel Schuld (der Dicke) nicht besonders gut weg, wenn man so puren Sarkasmus beschreiben kann. Lediglich der Major (Hochstätter) und der General (Burghalter) erweisen sich nicht direkt als Narren der Gefangenen. Dass bereits so früh eine Serie in dieser vorm zum zweiten Weltkrieg gedreht wurde, ist bemerkenswert und wenn sogar junge deutsche sich dafür begeistern konnten, dann sind die Wunden auf sicher geheilt. Sehr amüsant und historisch beachtlich.

#3 - Adelheid und ihre Mörder ♥♥♥♥♥

"Sie ist viel zu früh gestorben", sagte einst Vicco von Bülow, den meisten als Loriot - mit seinen weltberühmten Sketchen - bekannt, die er oft und seit Beginn, an der Seite der grandiosen Evelyn Hamann drehte. In Adelheid und ihre Mörder wurde auf excellente Weise ein Krimi mit humorvoller Unterhaltung, durch tolle und sehr passende Charaktere, kombiniert. Der Ex-Mann von Adelheid (Eugen) durfte sie immer zu ihren erfolgreichen Ermittlungen fahren und sie, die offiziell lediglich die Sekretärin der Mord 2 in Hamburg war, verstand es mit viel Psychologie und Menschenverstand, auch in unlösbaren Fällen, einen Mörder zu entlarven. 
 I love it!

#2 - Aus heiterem Himmel ♥♥♥♥♥

Zwei Männer können keinen Familienhaushalt führen! Und ob. Sie, Tobias und Christoph, könnten verschiedener nicht sein und vielleicht gerade deswegen gelingt es ihnen so gut, den Haushalt und die ganzen Kinder, zu managen. Definitiv ein Vorbild für anno 2013. Natürlich gibt es viel Streit. Der gehört dazu, sonst macht's au wieder keinen Spass. Und es gibt Probleme. Undzwar nicht zuwenige. Aber besonders diese Authentizität der männerlastigen Familie am Starnberger See überzeugt - genauso wie der Intro-Song.

#1 Der Prinz von Bel-Air ♥♥♥♥♥

Es war die Sitcom der 1990er. Der junge und coole Will Smith allen voran. Legendäre Sprüche. Heute kaum fassbare Modeoutfits. Typisch amerikanisch! Von der Qualität her in keinster Weise mit den oben vorgestellten deutschen Vorabendserien zu vergleichen, aber als Teenager zählt halt auch der Collness-Faktor, dessen Entertaining-Anteil unschätzbar ist. Und den liebsten Panik-Schrei kannte ich selbst nur zu gut von zuhause "Onkel PHIL!" - wenn ein gefühlter 2-Tonner sich mit wutentfachtem Blick auf einen zurollt. Die Komponente Villa hatte natürlich auch ihren Reiz. Und ich liebte seinen Phillie-Kapuzenpulli. Übrigens, schon wieder hat es der Playboy in einen meiner Posts geschafft, tzz.