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Freitag, 4. Dezember 2015

Die grüne Maske

"Arbeit ist meine Therapie gegen Pessimismus"
(Woody Allen)

Ich liebe es so sehr ♥♥ Mein absolutes Wochenhighlight, 
wenn Eddy montagsabends auf Rocketbeans.tv Pokémon spielt


"Es is ein Vergnügen Frauen schöner zu machen,
denn Frauen sind einfach wunderbar zu verpacken.
Frauen haben etwas Wunderbares,
wenn man sie pflegt, ist es umso schöner.
Viele Frauen haben etwas Außergewöhnliches, 
denn Mädels sind die Krönung der Schöpfung".
(Guido Maria Kretschmer in Tietjen talkt auf NDR2)


Liebe Grüne, ihr fordert in allen Lebensbereichen Frauenquoten und Gleichberechtigung für Frauen, Quoten im Vorstand, Quoten in der Wissenschaft, wieso, wenn das so ein politisches Ideal für euch ist, lasst ihr dann Beifall klatschend zu, dass unter den Bürgerkriegsflüchtlingen fast ausschließlich Männer Asylnehmer sind? Ehrlichkeit würde bedeuten, auch beim Asylrecht eine Frauenquote einzufordern. Ein dialektisches Pamphlet.

Dass in Deutschland auch dank euch der Strompreis doppelt so hoch wie in den USA und in Frankreich ist, und dass daher Milliardeninvestitionen nicht mehr hier, sondern anderswo getägt werden, und dass damit tausende Arbeitsplätze nicht hier, sondern dort entstehen, dass euer sonnenerzeugter Strom genau dann/dort erzeugt wird, wenn/wo kein Bedarf danach besteht, und dass trotz abgeschalteter Atomkraft in Deutschland kein Gramm CO² in der Welt eingespart wird, all das ist euer Prädikatssiegel? Gut für euch, aber schlecht für Deutschland?

Ihr wollt keinen Fortschritt, keine kapitalistischen Großkonzerne und keine Gentechnik, wollt aber Wohlstand, Arbeitsplätze und volle Teller, und dass ihr Merkel's Asyl- und Ökopolitik feiert, das ist nichts als pure Idologie und widersprüchliche Doppelzüngigkeit. Wer bezahlt denn euren teuren Ökostrom über die EEG-Umlage und die hochsubventionierten Photovoltaikanlagen auf euren Dächern? Wir alle. Und wer kann den Strom gebrauchen? Wir nicht. Ihr stellt euch vor unser Konzerngebäude und fordert die Frauenquote im Vorstand, dann dreht ihr euch um, zieht euch eine andere Maske auf, tauscht die Schilder aus und protestiert für Bürgerkriegsflüchtlinge. Dass unter den Flüchtlingen allerdings faktisch fast nur (junge) Männer sind, ist Schicksal oder Pech für die (jungen) Frauen, die nicht über See und fünf Länder fliehen können? Nein, eure Heuchelei ist ekelhaft, beschämend und unanständig.

In der wissenschaftlichen Stellenbörse heißt es, "bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt berücksichtigt, wir bitten daher ausdrücklich Frauen um eine Bewerbung". Grüner Schulterklopfer dafür. Doppelmoral und Kleingeistigkeit also, als der grüne Weg?  Glaubwürdigkeit und Konsequenz heißt, wenn beim Asyl von einer 50% Geschlechterquote abgesehen wird, wenn also Frauen gezielt benachteiligt werden sollen, wie es derzeit mit eurer Unterstützung geschieht, weil ein Grundrecht auf Asyl keine Geschlechtergrenze kennt, dann müsst ihr aber auch bei anderen Grundrechten, wie dem Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen, von eurer Frauenquote absehen. Aber für den Horizont der kniend-grünen Ameise wohl zu viel der Erwartungen. Liebe Grüße!


Merkelkratie vs. Maizièrismus. Übrigens, kleine Anekdote, in der Münchener Runde (hier) versuchten die Gäste der ehem. Grünen Chefin Claudia Roth zu erklären, dass ein Schutzanspruch für Asylsuchende nach §16a GG nicht gilt, wenn sie aus einem Staat der EG kommen, also z.B. über Österreich einreisen. Sie konnte oder wollte das nicht verstehen, obwohl es die eindeutige Rechtslage unserer Verfassung ist, und fing dann lieber an verbal zu pöbeln, wenn schon, dann passend zum 70. Geburtstag von Pippi Langstrumpf, mag sie wohl gedacht haben.

©Welt am Sonntag
Der deutsche Asyl-Weg: Frau Merkel kniet mit großen Geldscheinen vor dem "lupenreinen Demokraten" Erdogan nieder. Ja, das ist Sarkasmus pur.

"Ich habe zwei Möglichkeiten: 
Die eine ist zu leben, die andere zu sterben. 
Wenn ich auf see sterbe, ist es kein Problem - 
wenigstens werde ich nicht gefoltert". 
(Flüchtling aus Eritrea)

©Spiegel Online (Eigene Zusammenstellung)
Ein Massengrab mit 120 Frauen, die der IS in Syrien getötet hat, weil sie zu alt waren um noch am Markt verkauft werden zu können. Und hier wird darüber diskutiert, dass es nicht genügend Sprachkurse für die jungen, syrischen Männer gibt, das ist Zynismus pur.

Freitag, 27. November 2015

Berliner vs. Schwabe

"Alle großen Leute waren einmal Kinder, 
aber nur wenige erinnern sich daran."
(Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry)

Ein Ortsbesuch. Ob wir es Dialektik oder Empirie nennen, geschenkt, weil eines zeigt diese kleine Anekdote auf sicher, wie einfach und schön doch das Leben manchmal sein kann. Während eine Berliner Schulklasse es ganz bescheiden vorzieht, sich die seine Klassen"fahrt" nach New York vom Steuerzahler finanzieren zu lassen, zeigte eine Stuttgarter Grundschulklasse heute Nachmittag im Gerber Edeka, dass es auch vorbildlich und anders geht. An der Kasse boten je zwei Schüler/innen jedem Kunden an, deren Einkauf, inkl. Tüte, einzupacken, um damit für ihre Klassenfahrt nach Norderney zu sammeln. Sich sein Ziel, ein ambitioniertes, aber realistisches Ziel, selbst zu erarbeiten, davor kann ich mich nur verneigen. Das ist bodenständig, anständig und einfach eine tolle Aktion. Weil ich selbst in der Grundschule eine Klassenfahrt auf Norderney verbringen durfte, darf ich sagen, diese Fahrt haben die Schüler/innen sich redlich verdient, und das sei ihnen von Herzen gewünscht! Dass sich eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung bereits in dieser kleinen Doentje - wie der gebildete Schwabe sagen würde - zeigt, unterstreicht der Gegenübervergleich der Bildungserhebungen (PISA) sowie der ökonmischen Kennzahlen. 

"Göttlichkeit drückt sich aus in dem Einzelnen, 
der dem Durchschnittsgeschmack zuwiderhandelt."
(Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry)


"Siehst du dort die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. 
Weizen ist für mich ohne Nutzen. Die Weizenfelder erinnern mich an nichts. 
Und das ist traurig! Aber du hast goldene Haare. 
Wie wunderbar es sein wird, wenn du mich gezähmt hast! 
Der goldene Weizen wird mich an dich erinnern. 
Und ich werde das Brausen des Windes durch den Weizen lieben."
(Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry)

Sarah Connor - Wie schön du bist (Cover)

"To był mój głupi błąd, ale ja nie znam wielu ludzi, 
którzy są tak bardzo jak ja, jak ty. To smutne."

Samstag, 7. November 2015

Warum Europa an sich selbst scheitert

"You know you’re in love when home becomes a person, not a place"
(hellogiggles.com)

I. Arbeitsökonomik: Die Frage, warum 27 der 28 Mitgliedsstaaten der EU sich vereinzeln sogar dagegen wehren auch nur einem jungen Syrier Asyl, inkl. Integration, zu gewähren, ist einfach und nur allzu logisch beantwortbar. Man muss nur einen Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit in Europa werfen, und schon sieht man, dass es der nationalen Politik seinem eigenen Volk gegenüber überhaupt nicht zu vermitteln ist, Bürgerkriegsflüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, aber das wäre unerlässlich, als jeder Mensch schon evolutionsbiologisch gewillt ist zu arbeiten. Länder wie Spanien oder Griechenland, mit einer Jugendarbeitslosigkeit von fast 50%, können, selbst wenn sie wollten, schlicht keine Tausenden Flüchtlinge aufnehmen und integrieren. Die substanziellen Probleme Europas sind selbst viel zu groß. 
Dass die eine Million jungen Männer aus dem nahen Osten und Afrika auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen negativen Schock bewirken werden, ist an einem einfachen Modell vollkommenen Wettbewerbs, mit einem Mindestlohn über dem Gleichgewichtslohn, zeigbar. Die hinzukommenden Arbeitskräfte verschieben die Angebotskurve nach rechts, dadurch wird die Lücke der Arbeitslosigkeit noch größer. 
Mögliche Gegenmaßnahmen: 1. die Politik setzt den Mindestlohn für Flüchtlinge aus. Das ist politisch nicht vermittelbar, weil dann die Arbeitskräfte 1:1 ausgetauscht würden. 2. Die Mindestlohnkommission passt den Lohn an die neuen Marktbedingungen (Gleichgewichtslohn) nach unten an. Das würde das Einkassieren des Mindestlohnes bedeuten und wird an der hiesigen Arbeitsministerin scheitern. Damit scheitert auch das Integrationsvorhaben für diese Menschen.

 "Die Stimme der Ökonomie ist die Stimme der Vernuft"

II. Europäische Wirtschaftspolitik: Es ist an Absurdität und Zynismus nicht zu übertreffen, wenn in Deutschland ein Flüchtling aus Ghana (sicheres Herkunftsland) zum Maler gelehrt und einer aus Gambia (kein Kriegsland) zum Bäcker ausgebildet wird. Die europäischen Integrationspolitiker haben jahrzehntelang für eine Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU gekämpft, nun ist sie endlich da, und in Südeuropa herrscht Massenjugendarbeitslosigkeit, aber die Überschussnachfrage im deutschen Handwerk wird nicht innereuropäisch gelöst. Das ist europäisches Totalversagen und Selbstaufgabe. Indes wird die deutsch-matriarchalische Flüchtlingspolitik, die zu tiefst anti-europäisch, undemokratisch, gesetzesinkonform, unsouverän und unvernüftig ist, dem Ganzen den Anfang vom Ende bereiten. Das Signal nach Afrika und in den nahen Osten zu senden, wer es in einem schäbigen Holzbott über's Mittelmeer schafft, für den haben wir Arbeit und ein besseres Leben, war und ist ein schwerer Fehler, der vielen Menschen, leider auch Frauen und Kindern, das Leben gekostet hat und der am Ende nur einen Gewinner kennt: Schlepperbanden.

"Kann ich jetzt auch nach Deutschland kommen?"
(Ein Junge in Neu-Delhi, Indien)

III. Lösungsimplikationen: Die 58 Milliarden Euro, mit der die EU jährlich seine europäische Argarwirtschaft subventioniert und ein großer Teil von den ebenso absurdhohen EU-Beamten-Pensionen (auch 58Mrd. €) müssen mit sofortiger Wirkung gestrichen und an die Nachbarstaaten der Bürgerkriegsländer überwiesen werden, damit dort vor Ort jedem ausreichend geholfen werden kann und auch dort jedem Chancen für eine Zukunftsperspektive gegeben werden können. Es ist wahnsinnig, dass Menschen fünf Länder durchqueren müssen, ehe sie ein sicheres Land erreichen. 
Wenn die europäischen Argrarbauern (z.B. Argrareinkommen in GB zu 90% subventioniert, in Dt. immerhin fast 50%) nicht mehr zu ihren subventionierten Weltmarktpreisen anbieten können, haben auch afrikanische Argarbauern eine globale Wettbewerbschance, so dass die Menschen nicht mehr aus Armut und Arbeitslosigkeit fliehen müssen. Alle (Bürger-)Kriegsflüchtlinge (Syrier, Afghanen, Eriträer) in der EU sollten indes in den humanitären Schutz (zeitlich beschränktes Aufenthaltsrecht bis Kriegsende) erhalten [s. liberalen Vorschlag]. Kurzfristig ist das in Dt. teilweise geplante Nachzugsverbot für Familienangehörige zu verwerfen, weil es wieder nur die Schwachen trifft!

Freitag, 23. Oktober 2015

Die Zukunft lebt, tot ist die Zukunft!

"Ich bin an ihr vorbeigegangen, wie ein Mensch, 
der alles im Leben hat, nur keine Zeit. 
Die Pointe aber ist, ich habe nichts im Leben, außer Zeit".

"Alles was schief gehen kann, geht auch schief, aber ich setze trotzdem sehr auf den Genossen Zufall, und das ist unser bester Verbündeter", sagte einmal der deutsch-polnische Publizist Henryk M. Broder. Gestern gehe ich wie an jedem dieser Donnerstagnachmittage eilig und zielstrebig über die Königsstraße Richtung Schloßplatz. Kurz nach dem Rothebühlplatz taucht eine Gestalt vor mir auf, unauffällig, stand sie nun da. In etwa einen Kopf kleiner, lange, schwarze Haare, sehr hübsch. "Hi" sagte sie, und es strahlt als würde eine Welle der Begeisterung die Flaniermeile fluten. In bester Frank Elstner-Manier streckt sie ihre Arme zur Seite, offenherzig, willkommen, als wollte sie damit sagen, auf mich hat deine Welt gewartet. Später werde ich es einen magischen Moment nennen. Wenn du eine Botschaft an fremde und so vielfältige Menschen hast, dann kannst du diesen Augenblick, ganz gleich welche Botschaft du hast, nicht perfekter transportieren, als mit ihrem Charisma, abgeschaut und gelernt von der aufgehenden Morgensonne.

 Stefanie Heinzmann - On fire 

"Sorry" antworte ich flüchtig, und gehe an ihr vorbei. Bereits wenige Meter später ereilt mich die Frage, was konnte sie gewollt haben, für wen oder was hat sie Hilfe ersucht oder Werbung gemacht, keine Flyer, keinen Fragebogen in der Hand, der Gedanke zurückzugehen, schließt sich an. Der Reflex der Unnahbarkeit, des Weghörens und der Flucht war authentisch, konsequent, so wie immer. Aber das Verrückte, die Situation umzukehren, und das verkehrte Rollenspiel mitzuspielen, zuzuhören und eine Chance zu geben, blieb aus. Was bleibt, sind Selbstzweifel und -vorwürfe, offene Fragen und die Gewissheit, in diesem Leben nicht mehr zu erfahren, wer dieser Mensch war und wofür sie mit anderen gekämpft hat. Mich macht das traurig.

"Von Parallelgesellschaften aufmerksam machen, das, liebe Freunde, 
ist der Gipfel der Verlogenheit und eine solche Scheinheiligkeit
 wird vor den Menschen wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen, 
deshalb werden wir auch weiter eine geregelte Steuerung 
und Begrenzung von Zuwanderung fordern". (Angela Merkel 2003

"Italien ist gefordert, aber bei Weitem noch nicht überfordert", sagte der Innenminister Thomas de Maizière 2011 über den Vorschlag, die steigende Anzahl der nordafrikanischen Flüchtlinge auf Europa zu verteilen. Da darf man gespannt auf die Antwort von Matteo Renzi im Jahr 2015 sein. Die abschließenden Worte gebühren meinem Vorredner. "Deutschland hat ein Monopol auf das Gebot der Menschlichkeit. Der Motor des Fortschritts in der islamischen Gesellschaft sind eindeutig die Frauen und eine Gesellschaft in der die Hälfte der Gesellschaft damit beschäftigt ist, die andere Hälfte zu unterdrücken, diese Gesellschaft wird keinen Fortschritt erleben und keinen Schritt nach vorne machen, wenn sich dieser Mechanismus nicht ändert. Diese muslimischen Frauen sind wirklich diejenigen, die das meiste Risiko eingehen und am meisten von uns im Stich gelassen werden" (Henryk Broder 2008). Akkulturation oder schöpferische Zerstörung nach Schumpeter, willkommen in Deutschland.

"Das grenzt an Untreue im Amt. Frau Merkel hat einen Eid geleistet, 
den Nutzen des deutschen Volkes zu mehren, Schaden von ihm zu wenden, 
und zur Zeit passiert genau das Gegenteil. Sie hat keinen Eid geleistet, 
die Probleme der EU, der Griechen oder der Ungarn zu lösen".
(Henryk M. Broder über die Politik in der Europäischen Union 2016)

Sonntag, 18. Oktober 2015

Es trifft immer die Schwachen...

"Den Syrern ist es nicht gelungen, ihren Diktator Assad zu stürzen. 
Aber sie haben das Potenzial, Frau Merkel zu stürzen." (Murat Erdogan)
© Giorgos Moutafis/Reuters (in: Bild Zeitung vom 17.10)

Liebe Politik, das ist auch das Sinnbild für jahrzehntelange europäische Rüstungs-, Außen-, Wirtschafts-, Innen- und Flüchtlingspolitik. Ein junges Mädchen muss bei und kurz vor der Rettung an der griechischen Landesgrenze ihr Leben lassen. Was hat sie der Welt schlechtes getan, dass das Schicksal sie mit dem Leben bestraft? Europäische Flüchtlingspolitik hieß und heißt ganz  im Sinne der Darwin'schen Evolutionstheorie: "Survival of the Fittest". Während die Gelder für menschenunwürdige Flüchtlingscamps im Libanon oder in Jordanien, wo 80% Frauen und Kinder dahinvegetieren und darben, gekürzt werden, werden die, die es bis zum gelobten Land schaffen, willkommen geheißen und gefeiert. Diese politische Welt ist so derart pervertiert und zu tiefst ungerecht, dass man vor allem darüber bestürzt und fassungslos sein muss. Einfach unerträglich, dass die Hilfe nicht nach dem Grad der Bedürftigkeit ausgerichtet wurde, und damit die Schwachen, Frauen und vor allem Kinder, in ihrer Not allein gelassen wurden, zwischen zwei hoffnungslosen Alternativen. Bei der missglückten Rettungsaktion konnte kein Kind überleben. 

Flüchtlinge hätten eine positive Wirkung auf den Demografie-Wandel in Deutschland, würden den Fachkräftemangel lindern und seien in die Gesellschaft integrierbar. Das lässt sich vorzugsweise bei grünen Politikern aus der zweiten Reihe hören, Frau Merkel ist gleichwohl vorsichtiger und cleverer, lässt sich nur mit einem einfachen "Wir schaffen das" zitieren. Natürlich kann die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt mit einem BIP von 3 874,4 Mrd-US-$ (2014) mehrere Millionen Flüchtlinge aufnehmen, zweifellos, aber wie, und zu welchem Preis? Um zu wissen, dass die muslimische Weltsicht nicht mit unseren demokratisch-westlichen Werten kompatibel ist, braucht man nicht studiert haben, das darf man Hrn. Buschkowsky glauben. Umso unverständlicher ist diese Politik. Kinder zu integrieren ist einfach und schnell lösbar, die haben noch keine feste Wertestruktur, die können unfassbar schnell lernen, Sprache, Ethik. Stattdessen sind unter den eine Million Flüchtlingen in Deutschland aber 80% junge, erwachsene Männer. Wie die das deutsche Demografieproblem lösen, konnte mir auch noch keiner biologisch erklären. Bis dato war ich mir sicher, dass nur Frauen Kinder gebären können

Deutschland hat eine Arbeitslosenquote von 6,5% (saisonbereinigt; 2015), das ist weit weg von Vollbeschäftigung. Und wenn von Fachkräftemangel gesprochen wird, dann meint das politisch-hausgemachte Probleme: Rente mit 63 (ab 45 Beitragsjahren), keine ausreichende IT-Bildung in Schulen, falsche strukturelle Anreize. Egal, ob Mangel an Hochqualifizierten im MINT-Bereich oder fehlende Hausärzte im ländlichen Bereich, diese Flüchtlinge werden diese Probleme nicht beseitigen. Das herbeizuwünschen, hilft weder uns, noch diesen Zuwanderern, ganz im Gegenteil. So kommt der Ökonom und Rentenexperte Hr. Raffelhüschen zum sachlichen Schluss, die Flüchtlinge würden die sozialen Sicherungssysteme nicht stärken, sondern eher belasten. Es mag gut gemeinte Politik sein, aber sie bezweckt das Gegenteil. Die nüchterne Realität ist, es wird zu großen Verteilungskonflikten auf dem Arbeits- und Wohnmarkt, sowie in den Sozialsystemen kommen, und es wird ethische Konflikte geben. Die Politik muss diese Wahrheit aussprechen und Antworten geben. Maßnahmen, wie dass der Mindestlohn sofort ausgesetzt werden müsste oder Asylsuchende nicht nach Herkunft, sondern nur nach Qualifikation beurteilt werden dürften, werden unerlässlich sein, andernfalls wird Fr. Merkel 2017 tatsächlich gestürzt. Und ich bleibe dabei: Helft den Schwachen, den Kindern, die ihre ganze Zukunft noch vor sich haben, und die damit den höchsten Schutz genießen müssten, und schaut nicht länger zu, wie gerade deren Perspektive und deren Leben genommen wird. Das muss die allererste Priorität sein, und nichts und niemand sonst.

Dienstag, 22. September 2015

Gram ist eine Zier von Demut und Enttäuschung

 "Schlauheit kommt von Neugier, 
weil nur wenn man neugierig ist, kann man schlau werden".
(Nils Bomhoff bei #MoinMoin)
 
"Du bist der erste Läufer, den ich mit Wollsocken sehe" 
#Qual #Marathon-Halbzeit #Krampf
Lethargokratie, das ist, wenn man dem Karlsruher Philosophen Peter Sloterdijk Sprachvertrauen schenken darf, "die Hochzeit, die zwischen Machtinstinkt und Trägheit hervorgeht". Der wachsame Beobachter wird sofort bemerkt haben, dass mit diesem Wortspiel nur das deutsche Staatsoberhaupt in Person von Frau Merkel gemeint sein konnte. Aber es gab in der letzten Woche Bewegenderes, als die Abrechnung Sloterdijk's im Handelsblatt, anlässlich des zehnjährigen Amtsjubiläums der Kanzlerin. Eines aber vereint Sloterdijk aus meinen TOP3 Themen der Woche, ein Déjà-vu, als er zeitgeschichtlich den Ursprung der These „Wer hat, dem wird gegeben werden“ (hier) begründet, indem "nämlich Erfolg Erfolg erzeugt", ein Geheimnis das auf Matthäus aus dem Neuen Testament zurückgeht. Und Sloterdijk wird noch ambitionierter, als er die seine Definition von Politik mit der gemeinen Frage verbindet, "wenn Politik die Kunst ist, die Zeit zu nutzen, um auszuführen, was an der Zeit ist, was hat dann Frau Merkel geleistet?". Er gibt die Antwort, indem er sich den neudeutschen Begriff der "Governance" zu Eigen macht, der die Merkel'sche Politik eines "Pannendienst im Großen" beschreibt.  

"Palliativmedizin ist die Suche nach der gesündesten Art und Weise, chronisch krank zu sein".
(Peter Sloterdijk) 

Kennt jemand die Unterscheidung zwischen kurativer und palliativer Medizin? Herr Sloterdijk, bitte! "Hierbei steht die kurative Medizin für jene Behandlungen, die geradewegs die Wiederherstellung der Gesundheit zum Ziel haben, indes die palliative den Inbegriff der Maßnahmen umfasst, mit denen man das Unheilbare „bemäntelt“, sprich lindert und verlängert, ohne eine Heilung versprechen zu dürfen". Dass er daraus Merkel's Politik als Palliativpolitik herleitet, zeugt von einem nüchternen wie treffenden Metablick.Und auf dieser Ebene spricht er dann auch von "Palliativökonomie" im "unheilbaren System der Schuldenstaaten". Dabei erklärt er den volkswirtschaftlichen Begriff der „Pfadabhängigkeit“. Dieser besagt: "Hat man lange genug das Falsche getan, wird das Fortfahren mit dem Falschen vorübergehend das Richtige". Folgen? "Entpolitisierung. Wo Politik war, wird betreutes Dahindämmern. Heilige Hochzeit einer Population mit der Gewöhnlichkeit".

“We’ve got to live, no matter how many skies had fallen“

Als es um 5Uhr in der Früh am Sonntag zum Baden Marathon nach Karlsruhe ging, machte die Bahn auch einen Zwischenhalt in Pforzheim. Innehalten, das war das Gebot des Moments. Bei aller Tragik um jedes menschliche Einzelschicksal aus Syrien, aber wirklich emotional berührt und bestürzt hat mich die Geschichte zweier Mädchen, die aus einem 9m hohen Hallendach einer Pforzheim Turnhalle in die Tiefe stürzten, und bei dem eines sofort ihr Leben verlor. Mein Herz stand still. Auch ich, auch ihr, wir alle waren mal 14 und just da sieht man sich wieder im Spiegel, so jung, und erahnt wie viel Glück dass man gehabt hat, die eigene Grenze zu kennen, das Verbotene nicht über den Grad des Unheilbaren und Unumkehrbaren zu überschreiten und in eine Tragödie zu gleiten. Eine Sekunde lang wirst du zum Vater dieser Tochter und spürst Leere, das Ende des Horizonts. Worin besteht von nun an der Sinn des Lebens in diesem Menschen? Verdammt, ich weiß es nicht.

"Am Abend vor'm Spiel kannst du nicht das aufholen, was du zwei, 
drei Tage vorher versäumt hast. Du musst auf den Tag hinleben."
                                                     (Ralph Gunesch in #Bohndesliga)

Der Fluch der Herbstmarathon's, da war er wieder. Das Wetter war spitze an diesem Sonntag, das Immunsystem kerngesund, die neuen Schuhe und Socken eine Klasse für sich, und doch hat es nicht gereicht, wieder einmal, gescheitert am eigenen Körper und an den eigenen Erwartungen. Keine Ausreden akzeptabel, kritische Fragen alternativlos. War ich doch zu dünn? Vielleicht. Ist die Ernährung suboptimal? Mag sein. Bin ich übertrainiert gewesen? Wer weiß. 7 Monate Zeit um die richtigen Antworten zu geben, 7 Monate bis zum Wiedersehen beim Düsseldorf Marathon 2016, das sind die guten Nachrichten.

#Marathon-Start #Euphorie #10km-Angangsbestzeit #40:16 #km26-Austieg #km26-Wiedereinstieg #finished
Video-Format der Woche
typisches #MoinMoin Zitat: 
"10:30h. In einer halben Stunde ist die erste Stunde, 
für Waldorf-Schüler, Leistungskurs Dreadlocks" (Eddy)
#Rocketbeans #Weltklasse

Mittwoch, 16. September 2015

Geheimtipp: Argentarius 'Vom Gelde‎'

 "Wie die beste Frau diejenige ist, von der man am wenigsten spricht."
(aus: Argentarius - Vom Gelde‎)

Docendo discimus, oder: wer andere belehrt, lernt selbst. Wenn ein Buch die Welt 100 Jahre später beschreibt und damit goldrichtig liegt, dann muss es ein beachtenswertes Werk sein. Argentarius Lehre vom Geld aus dem Jahre 1921, das in zwölf Briefen an seinen Sohn, der übrigens wie er Banker werden möchte, abgefasst ist, gehört zu dieser Bücher-Gattung. Er liefert Thesen, die den Geistigen dazu betüchtigen, Antworten auf aktuelle Fragen des unseren Weltgeschehens 2015 geben zu können. Diese Antworten sind gleichermaßen bestechend scharfsinnig wie einfach - auch für Nicht-Ökonomen und -Finanzwissenschaftler - nachvollziehbar beschrieben. Genial dazu, teilweise gebetsmühlenartig, der ausgewogene Wechsel aus schwarzem Humor, sachlicher Kritik und wissenschaftlichbezogener Sprachkunst, wenn er bspw. von "Überfütterung des Kapitals" oder "kapitalistischer Inzucht" schreibt.

Was ist Geld? Wieso ist Griechenland, überhaupt europäische Peripherie, verschuldet? Welche Effekte hat Inflation (Geldmengenwachstum)? Welche Funktion hat der Zins? Welche Gleichgewichtsmechanismen herrschen zwischen Geld- und Gütermarkt? Welches Verhältnis besteht zwischen den beiden Märkten? Was sind staatliche und natürliche Geldschöpfung? Oder: was ist gutes und was schlechtes Geld? Interessante Zusammenhänge, die viele Aha-Momente mitbringen und eine wahre Freude für den Geist sind, das, und nicht weniger ist Argentarius 'Vom Gelde‎'. Wer seine aufgezeichneten Gedanken auch teilen möchte, kann dies kostenlos hier in gut 40 inspirierenden Seiten tun.

Spoiler
 
"Wer da hat, dem wird gegeben" (Mein ganz persönlicher Favorit)

"Der Verfall seiner Währung ist wohl das größte Unglück, das ein Volk treffen kann. Selbst ein verlorener Krieg bringt ihm nicht so schweren unmittelbaren Schaden."

"Und das Geld ist nichts anderes als ein attestiertes Recht. Geld verkörpert den aus einer Leistung entstandenen Anspruch auf gleichwertige Gegenleistung. Das heißt nichts anderes, als dass man ihm durch die Geldvermehrung einen Teil der Gegenleistung, die er sich mit seiner Arbeit verdient hat, gewaltsam genommen, dass man ihn bis zu einem gewissen Grade enteignet hat. Das Geld ist ein Recht und soll kein Unrecht werden. Darum darf der Staat sich niemals die Freiheit herausnehmen, Geld nach Willkür schaffen oder vernichten zu wollen, denn er schafft oder vernichtet damit wohlerworbene Ansprüche auf Güter." 

"Auf eine knappe Formel gebracht: Der Staat schafft, indem er Geldzeichen ausgibt, kein neues Geld, sondern er besteuert den einen Teil der Bevölkerung zu Gunsten des anderen. Richtiger ausgedrückt ist es ein brutaler Akt von Enteignung."

"Wert des Geldes = Wert der Leistung"

"Wir kommen also zu dem Ergebnis: Das Geld trägt keinen Wert in sich selbst, sondern gewährleistet nur den Anspruch auf einen bestimmten Güterwert. Und auch dieser Güterwert ist keine feststehende Größe, sondern schwankt mit der Menge des umlaufenden Geldes. Jedes Geldzeichen verleiht seinem Inhaber ein Anrecht auf einen Teil des jeweiligen Vorrats an Marktgütern. Existieren wenig Geldzeichen, so geht der Gütervorrat in wenig Teile, jeder einzelne Teil ist also wertvoll. Existieren viel Geldzeichen, so gewährt jedes von ihnen nur das Anrecht auf einen kleinen Teil des Vorrats, verkörpert also einen geringfügigen Wert."

"Wirkliches Geld entsteht infolge eines ganz bestimmten wirtschaftlichen Vorgangs und hat stets eine Leistung zur Voraussetzung. Es ist identisch mit dem Rechtsanspruch auf die ausstehende Gegenleistung.".

"Der Staat kann existierendes Geld, umlaufende Güterbezugsrechte, nicht vernichten, sondern es wiederum nur auf andere Personen übertragen, also die Besitzrechte umschichten." 

"Es kommt also nicht darauf an, wie oft und wie schnell das Geld umläuft, sondern darauf, ob es "im Nutzlauf' oder "im Leerlauf' zirkuliert. Bringt der Bauer Getreide zu Markt, oder liefert der Handwerker seine Arbeit ab, so ist die Geldbewegung, die dieser Vorgang auslöst, Nutzlauf. Verkauft aber ein Spekulant Aktien, oder vermittelt ein Häusermakler den Besitzwechsel einer Villa, so handelt es sich um einen Leerlauf des Geldes."
 
 "Wer viel leistet, zu dem kehrt das Geld schnell, wer wenig leistet, zu dem kehrt es langsam zurück."

"Der Zins ist weiter nichts als die Prämie, die man den Inhabern ruhenden Geldes dafür gewährt, dasssie den im Gelde verkörperten Güteranspruch, den sie selbst bis auf weiteres nicht geltend machen wollen, interimistisch an Dritte abtreten, die ihn sofort auszunutzen beabsichtigen."

"Die Einführung des Zinses, d.h. der Leihgebühr für ruhende Güteransprüche, in die Wirtschaft ist ein höchst raffiniertes Mittel, mit dem man die Geldbesitzer zwingt, die Güteransprüche, die sie besitzen, sofort auszuüben oder ausüben zu lassen, und so eine Nachfrage am Markt zu erzeugen, die sonst fehlen würde. Er bestimmt Tempo und Richtung der Produktion und stimmt Erzeugung und Verbrauch auf einander ab." 

"Man schlägt auf den Sack und meint den Esel."

"Die Banken hätten es in der Hand, die ihnen zur Verteilung überlassenen Güterbezugsrechte in solche Kreise zu leiten, die nicht an der Verstärkung des Proletariats mitwirken. Sie könnten den gewerblichen Mittelstand und das Handwerk fördern und dadurch dem rasenden Wachstum des Großkapitals Grenzen setzen."

"Bei uns wird zu viel geschwatzt und zu wenig gedacht."

"Jede Note und jedes Giroguthaben, das auf diese natürliche Weise entsteht, ist gutes,
gesundes Geld. Und jede Note, jedes Giroguthaben, das vom Staate oder einer Bank willkürlich geschaffen wird, ist überschüssiges, schlechtes Geld. Schlechtes Geld ist so ziemlich das größte Unglück, das ein Volk treffen kann. Freilich, die unheilvollen politischen und wirtschaftlichen Kriegsfolgen bleiben für lange, lange Zeit bestehen, die Geldentwertung und ihre Wirkungen dagegen gehen vorbei oder werden wenigstens in einigen Jahrzehnten nicht mehr in ihrer ganzen Schwere empfunden; der Enkel des Mannes, der heute enteignet worden ist, wächst als Proletarier auf und meint, es müsse so sein." (Einfach nur herrlich, aber genug geteasert)

Sonntag, 1. März 2015

Bild-Wurm-Diät

"Geld, hatte sich herausgestellt, war genau wie Sex. 
Du hast an nichts anderes gedacht, 
wenn du's nicht gehabt hast, und du hast an andere Dinge 
gedacht, wenn du es hattest." (James Baldwin)
Tier der Woche (Foto: blog.dawanda.com)
#Video der Woche (Foto: Arte)
#Überraschend großartige und lehrreiche Reportage
#"Zucker oder Fett. Was schadet mehr?", fragten sich die Zwillingsärzte

#Experiment 1: (Tierversuch)
Ein Forscher ernährte zwei Ratten monatelang nur mit zuckerreicher Limonade.
Ergebnis: Sie nahmen weder zu noch ab.
Im zweiten Versuchszeitraum gab er ihnen nur fettreiche Butter.
Ergebnis: Sie nahmen weder zu noch ab.
Als dritten und letzten Versuch mischte er Zucker und Fett im Verhältnis 1:1.
Ergebnis: Sie wurden extrem müde und hochgradig adipös.
Experiment-Ergebnis: erst die Mischung aus Fett und Zucker, wie in dem 
Versuch mit Käsekuchen, schafft süchtig-anregende Bekömmlichkeit, die so
gut ist, dass sie ureigene Prozesse im menschlichen System außer Kraft setzt.

#Experiment 2: (Selbstversuch)
Der eine Arzt ernährte sich vier Wochen lang nur mir Zucker, d.h. also Brot,
Brötchen, Obst oder Gemüse. Der andere hingegen ausschließlich von Fett.
Ergebnis der Zucker-Diät: -1kg Körpermasse, 
davon 0,5kg (50%) Körperfett und 0,5kg (50%) Muskelmasse
Ergebnis der Fett-Diät: -3,5kg Körpermasse, 
davon 1,5kg (40%) Körperfett und 2kg (60%) Muskelmasse
Das Gesamtergebnis: ganz ehrlich, das die Fett-Diät quantitativ effiktiver sein würde, haben wir gewusst, aber das sie durch die verlorene Muskelmasse so viel schädlicher ist, dürfte dabei unterschätzt gewesen sein.

Experiment 3: (Kognitionstest)
Bei einem finanzmathematischen Test über mehrere Stunden (Börsenplanspiel) sollte die kognitive Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit untersucht werden. Im Zeitverlauf des Spiels nahm diese bei dem Arzt mit der Fett-Diät dramatisch ab, weil die nötige Glukose im Gehirn fehlte. D.h. "no/low carb" macht geistig schwach. 
Mein Ergebnis: Schokolade ist gut für mich! =)
#Artikel der Woche (Quelle: Manager Magazin; Foto: guido-schenke.de)
#Wattwürmer als EPO-Ersatz-Dealer (Dopinglieferanten)?
#Auf der Suche nach einem Superhämoglobin sind französische
Forscher fündig geworden, Hemarina M101, so heißt der Botenstoff,
der Sauerstoff durch's Blut im Körper transportiert.
#Es könnte also auch als künstliches, universell einsetzbares Blut
beim Menschen fungieren, und damit fehlende Blutkonserven ersetzen
#Fazit: ich war schon immer der Meinung, diese Tiere sind spitze! =)
Würmer (Foto: blog.dawanda.com)
#Aktion der Woche, #Bild-Zeitung,
#1000€-Geschenk von jedem einzelnen Deutschen

Donnerstag, 15. Januar 2015

How about an exchange of financial ideas?

 "Geld ist wie eine schöne Frau. 
Wenn man es nicht richtig behandelt,
 läuft es einem weg."
(Jean Paul Getty)
Um meinen letzten Artikel praktisch zu machen, widmen wir uns heute der Frage der Woche: 
Was mache ich eigentlich mit meinem Geld?
Nun, mir fielen drei spontane Optionen ein: erstens, könnte ich es verkonsumieren, d.h. für Ge- und Verbrauchsgüter ausgeben zweitens könnte ich es zu Finanzkaptial machen, d.h. anlegen, um eine Rendite (Zinsgewinn und möglicher Zinseszins-Effekt) zu bekommen, oder drittens könnte ich in Substanzwerte investieren, d.h. Sacheigentum schaffen (Wohnung, Haus, Oldtimer..). Wir wollen uns für den Moment die zweite Alternative rausgreifen.
 

Intuitiv und aus der Historie und kulturellen Mentalität gewachsen, ganz einfach: ich bringe mein Geld zum Bankhaus meines Vertrauens und stecke es in ein Spar- oder Tagesgeldkonto, meinetwegen auch in Treasuries (Bundesanleihen) - allerdings dürften die meisten von uns schnell feststellen, dass ihr individueller Warenkorb (eure alltäglichen Ausgaben) mit einer höheren Preissteigerung wächst, zumindest gilt das z.B. für meine Schokolade [auch wenn wir zur Zeit Deflation haben, d.h. sinkende Preise, so bezieht sich das auf einen volkswirtschaftl. Warenkorb, d.h. z.B. auch inkl. Energiepreise, da die wenigsten von uns jeden Tag ihr (nicht besitzendes) Auto vom Hof fahren dürften, ist das also eine uninteressante Größe für uns], als der Sparzins, d.h. sie würden Tag für Tag Osterfeuer mit ihrem Geld spielen, bis am Lebensende iwann nichts mehr da ist - nicht so schön, wollen wir also nicht.

©Discover Russia
Damit kommen wir zu meiner Kapitalmarktstrategie. Anfang des Jahrtausends begann ich mir wöchentlich den Dax-Wert anzuschauen. Der Dax bildet die aktuell 30 stärksten Unternehmen ab, die in Deutschland ihren Hauptsitz haben (übrigens in der Münchner Königinstraße gleich deren zwei), viel wichtiger aber, die sich dort listen lassen, d.h. Aktien emittieren. Aktien wiederum sind nichts anderes als Anteile an dem Unternehmen, d.h. ich geb dem Unternehmen Geld, damit es investieren kann, und bekomme dafür einen kleinen Anteil am Unternehmen, so dass ich z.B. zur Hauptversammlung eingeladen werde - oder, wenn das Unternehmen nett ist, bekomme ich sogar noch eine kleine Dividende oben drauf. 

©Discover Russia
Zurück zum Wert: ich leg also für mich einen mittelfristigen Wert fest, von dem ich der Meinung bin, dass er dem realen (substanziellen) Gegenwert der 30 Dax-Mitglieder entspricht, d.h. 2007 waren das 7000 Punkte, jetzt sind's vll sogar noch 1500~ mehr. Wenn ich diesen Wert halbiere, dann weiß ich, wann ich solche Dax-Aktien kaufen darf, d.h. bei 3500 (2007) bzw. 4250 (2014) Punkten des Gesamtindexes. Mein (unser) Ziel ist es, mit einem risikolosen Produkt eine Rendite zu bekommen, die größer ist als die Preissteigerung meiner täglichen Konsumgüter und risikolos ist es nur, wenn ich das Produkt sehr viel günstiger einkaufe, als der (wahre) Wert, der dahinter steckt. Charmanter Nebeneffekt: ich brauche mir nicht schier endlose Geschäftsberichte durchlesen, um über die Zukunftsentwicklung des Unternehmens zu philosophieren, um am Ende doch nicht so richtig zu wissen, welche(n) Kandidaten ich auswähle, als ich bei der Strategie theoretisch jedes beliebige aus dem 30er Pool auswählen kann. Liegt daran, dass sie in dem Fall grds. alle ihren Aktienwert halbiert haben und die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich wieder auf ihren Substanzwert verdoppeln, liegt empirisch bei annährend 100%. 

Problem? Wenn ich also, wie in dem Szenario, aus einem Euro zwei machen möchte, dann brauche ich sehr viel Geduld. Und ganz verschweigen möchte ich freilich nicht, dass es im Rahmen der drei Schichten der Altersvorsorge, die wir uns aber an anderer Stelle noch sehr subtil und differenziert anschauen werden, auch noch private Lebens- und Rentenpolicen gibt, die zwar nur noch eine Rendite von 1,25% garantieren müssen, die aber in 2014 nahezu alle eine Überschussbeteiligung von 3-4% auswiesen - was denn so schlecht auch wieder nicht ist. Übrigens, Ludwig Börne sagte einmal, es gebe Leute, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld - ihr hoffentlich nicht!

Dienstag, 13. Januar 2015

Wo Freud' und Leid sich treffen ✍

"Der Mund wird nicht süßer, indem er 'Honig, Honig' sagt."
(Türkisches Sprichwort)
©focus.de
Ohne Zweifel, der Tweet of the week, erstens weil die junge Dame Recht hat, zweitens weil sie es in sehr charmante Worte packt, und drittens weil sie doch Unrecht hat.

Als gelernter Wirtschaftspädagoge und Versicherungsfachmann bewegt und berührt mich diese Schnittstelle gleichwohl qua Vita. Meine Top 5 dazu, und warum sie doch nicht immer ganz die Wahrheit trifft.

I. 'Das Leben ist ungerecht' - spätestens, wenn wir unsere erste mündliche Note im Schulsystem bekommen, lernen wir, was Ungerechtigkeit bedeutet. Die Beurteilung ist subjektiv, selten leistungsgerecht und unwiderruflich. 

II. 'Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.' - im Laufe unserer Schulkarriere wird jeder Menschen begegnen, denen er (un-)sympathisch ist, ob berechtigt oder nicht, bleibt belanglos, viel wichtiger jedoch ist die Chance, individuell gefördert zu werden, die sich damit verbindet. Das ist wie mit der perfekten KiBa; du kennst das beste Mischverhältnis, allein die Bananensaftöffnung will sich mit deiner Händegeschick nicht öffnen lassen. Später heißt das dann irgendwie 'netzwerken', oderso, aber wir wissen bereits um diese Bedeutung und das kann sehr wert- und nachhaltig werden.

III. 'Das Leben ist eine desavouierte Qual' - vielleicht kennt jemand noch diese uncharmante Art, Klausuren kommentiert vor der versammelten Schülerschaft zurückzugeben, und das Ganze noch mit einer Prise Sarkasmus, wenn die Rückgabe chronologisch von schlecht nach gut erfolgt. Und aus dem Deutsch-LK kannte ich dazu sogar noch das Gesetz der gleichen Note - Gleichheit hier aber weniger im aufklärerischen Sinne-, immerhin hatte ich die kürzeste Wartezeit von allen; in jedem Ei steckt eben doch ein wenig Sonne.

IV. 'Jeder ist sich selbst der Nächste' - an keinem Ort fließen derart viele Tränen und Blut, so dass du damit  ganze Grabstätten begießen könntest. Schulen sind die modernen Kriegsschauplätze. Es geht nicht mehr um's Leben, sondern nur noch um's Überleben. Ganztagsschulen sorgen gewissermaßen für Dauergemetzel und es werden Hass und Verdrändungskampf im Sinne der Darwin'schen Evolutionstheorie geschürt. Und da braucht sich, meine und liebe Freunde der Nacht, niemand von freisprechen. Survival of the fittest!

V. 'Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt' - außer Frage, Wittgenstein war ein großer Philosoph, doch bräuchten wir gar nicht bis nach Österreich schauen, als es auch hier große Bildungsvordenker mit Wilhelm von Humboldt, Wolfgang Klafki oder Herwig Blankertz, um nur einige wenige zu nennen, gab, die der Bildung's Sinn begründeten.  Klafki's didaktische Analyse gibt der "Naina" in seiner didaktischen Analyse freilich sogar Recht , indem er von der Bildung sowohl Gegenwarts- als auch Zukunftsbezug, sowie exemplarische Bedeutung, Sachstruktur und Zugänglichkeit einfordert, doch da beißt sich der Hund in den Schwanz, denn "Was Hänschen nicht lernt wird Gretchen ihm schon beibringen" ist Quak, richtig ist doch: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr". Wenn der Staatsdiener vorne am Pulk schon nichts von Versicherungen versteht, ja, woher soll's denn in den Weiten des Klassenraums kommen? Wahr ist aber auch, und das ist auch das neuhumanistische Erbe Humboldt's (Hüter der Allgemeinbildung) und Blankertz (Kämpfer für die berufliche Bildung), dass es neben dem Dualen Ausbildungssystem in der Welt kein durchlässigeres Bildungssystem als das Unsere gibt - du kannst zu jeder Zeit, in jedem Alter und an jedem Ort die allgemeine oder fachlichorientierte Hochschulreife erwerben, wenn du Gas gibst und nicht wie Hänschen in die Luft guckst. Das sind doch wenigstens Werte, Erfahrungen und Eintrittskarten, die jeder mit in die Freiheit nehmen kann, und auf individuelle Bildungswünsche, etwa nach Steuern, hätte schon Kant geantwortet: "Aufklärung ist die Maxime, selber zu denken."

Samstag, 29. November 2014

La ferme

 "Denken und danken sind verwandte Wörter; 
wir danken dem Leben, in dem wir es bedenken."
(Thomas Mann)

Es geschah an einem Herbstmittwoch im Oktober 2013, als die schwarzen Keiler anlässlich ihres feierlichen Einzug in den deutschen Reichstag eine kleine Bombe, hübsch eingepackt, in goldenem Papier, mit einem roten Schleifchen gebunden, zu den Koalitionsverhandlungen mitbrachten. Weil man sich unter Verwandten gegenseitig beschenkt, brachten auch die roten Ferkel eine kleine Bombe, in schwarzem Papier, mit einem goldenen Schleifchen gebunden, mit. An der goldenen Verpackung hang ein winziges Namensschildchen "Mütterrente", an der schwarzen "Rente mit 63". Nachdem beide ihr Geschenk auspackten, gab es lange, weil enttäuschte und verägerte Gesichter; nun begannen beide zu philosophieren, welche Bombe denn weniger explosiv sei, als sie nach Tagen im Stall, der Philosophie abtrünning geworden, keine Wahl treffen konnten, richteten sich ein schwarzer Keiler und ein rotes Ferkel aus beiden Reihen auf, und verkündeten die geniale Idee, einfach beide Bomben zu zünden, wie es eben auf einem feucht-fröhlichen Kindergeburtstag guter Brauchtum ist. Das würde doch Mal so richtig Knall-Bumm-Bumm machen. Potzblitz!

Da wir allemiteinander hier etwas geerdeter sind, nehmen wir uns der Thematik auf sachlich-rationaler Ebene an. Was steht eigentlich hinter der Bombe im goldenen Papier? Die Natur hatte sich vor langer Zeit dafür entschieden, die Frau mit der Gabe der Gebärfähigkeit zu beschenken, die sich wiederum dieser Rolle unfreiwillig anzunehmen sah. Weil dieses mit Pflichten und Oppurtunitätskosten der Zeit i.e.S. sowie Mutterliebe i.w.S. verbunden ist, bedachte der Gesetzgeber sie mit einem Rentenpunkt als Ersatz für die entgangene Arbeitszeit. Irgendwann merkte das Bürokratentum dann, dass die Deutschen das Kinderkriegen verlernt hatten und zu wenig Kinder bekamen, also kam man auf die Idee, die potentiellen Mütter mit jedem neugeborenen Kind ab 1992 gar mit 3 Rentenpunkten zu belohnen - sozusagen als ankurbelnde Befruchtungsmaschine. Leider kam die Maschine nicht wie erhofft ins Rollen, iwie fehlte wohl das richtige Schmieröl, sei's drum, weiterhin kein deutscher Babyboom, aber war ja immerhin ein gut gemeinter Versuch, der hätte klappen können. Eigentlich abgeschlossen. Nicht jedoch für die schwarzen Keiler, die nun auf die an Dummheit und Unlogik nicht mehr zu überbietende Idee kamen, auch für die vor 1992 geborenen Kinder 3RP's an deren Mütter auszuschütten, deren Kinder seien ja schließlich mit genauso viel Liebe erzogen worden und gleich viel wert. Grotesk! Warum nicht gleich auch einen Mindestlohn von 20€/h einführen, dem Bruttodurchschnittsverdients also, es ist ja schließlich jeder "gleich" und wenn die Firmen für einen Mensch mit einer Produktivität von 5€/h schon keine 10€ bezahlen, vielleicht bezahlen sie ja dann 20€/h. Vielleicht ist das aber auch gar nicht selten doof, sondern nur Manuel Neuer. Ein einziges Absurditätenkabinett im Reichsstall.

Also vom ersten Knaller direkt zum zweiten. Eines der roten Ferkel, Schweinchen, wie sie liebevoll von ihren Ferkelchen genannt wird (so überliefert), trägt ein goldenes Halskettchen mit dem Namen "Andrea Nahles" hatte einen väterlichen Eber, der sich als Maurer mit 61 Jahren, gezeichnet von der schweren Arbeit, bedauerlicher Weise - mit Abschlägen auf seine Rente im einstelligen Prozentbereich - aus der Berufswelt verabschieden musste. Nun kam Schweinchen auf die Idee, die zeitgemäße Regelung einer abschlagsfreien Rente ab 67J. bzw. 65J., für den Fall von 45 Versicherungsjahren, entgegen jedweder Vernunft weil gegen die Demografie, auf 63J. zu verkürzen, zumindest für die, die auf die 45 sozialversicherungspflichtigen Jahre kommen. Schweinchen, deren geistiger Horizont hinter dem einer durchschnittlichen Ameise zurückbleibt, lebt ja nicht im Land der Dichter und Denker, sondern der Maurer und Maler, und daher kann man so eine Regelung auch einfach Mal auf die gesamte Bevölkerung, mithin alle Berufsgruppen ausdehnen. Dabei entstehen drei hochexplosive Faktoren, die eine Ameise freilich nicht voraussehen kann.
  • 1. Es gibt die Facharbeiter, wie in meiner Firma z.B. die Entwickler (Informatiker), die Zeit ihres Berufsleben an einem Rechner bzw. im Büro saßen, die verdammt gutes Geld verdienen, d.h. Minimum 50k aufwärts und bis ins 6-stellige rein, und wir reden hier von Renten-Jahrgängen, die noch zw. 50-67% ihres letzten Nettogehalts liegen, d.h. wiederum, die haben einen Anspruch auf eine richtig dicke, fette Rente und weil die Anrechnung für die 45VJ früher au noch etwas großzügiger ausfiel, fallen die au in die Regelung und geben dem Schweinchen einen dicken, fetten Bussi, oder wie Hape sagen würde: "Ich bin dann mal weg..
  • 2. Wer ersetzt diese Facharbeiter eigentlich? Ja, Schweinchen weiß keine Antwort, woher auch, aber in meiner Firma z.B. sind solche Entwickler unersetzlich, woher sollst du diese produktiven Köpfe so schnell nehmen? Gute Entwickler aus dem Ausland kommen c.p. nicht nach Deutschland und die hier reichen nicht aus, haben mithin auch längst noch nicht die Produktivität und d.h. ein zusätzlicher Wohlstandsverlust wird kommen, und zwar schneller als der Schnee in diesem Winter! 
  • 3. Ihr, die ihr es bis hier geschafft habt zu lesen, also du und du und ich, wir alle, werden das bezahlen, und zwar teuer, mit viel Tränen und Leid, und das bereits jetzt. Wir haben kürzlich eine Bonuszahlung bekommen, von 1€ brutto, blieben mir davon ganze 40 Cent netto übrig - ja, warum sollte der Bürger mit seinem hart erarbeiteten Geld auch selbst entscheiden dürfen, was er damit macht, wenn doch z.B. damit die Kinder in Rumänien und Polen mit deutschem Kindergeld bedacht werden müssen - deren Väter z.B. hier als Saisonarbeiter partiell Sozialversicherungsabgaben bezahlt haben - weil genau dafür ist ja schließlich das deutsche Kindergeld erfunden worden, glauben zumindest die EU und der EuGH, die deutsche Justiz und der hiesige Finanzminister finden das zwar weniger lustig, aber sie werden ja gar nicht erst gefragt. Aber ich sag mir super, es geht aufwärts, jetzt werden mit meinem Geld schon Kinder in ganz Europa gefüttert und nicht mehr nur gut betuchte Banker in der Eurozone - na, immerhin! Es bleibt alles zu tiefst absurd und höchst skurill, aber bitte, bald ist Weihnachten!