Freitag, 20. Juni 2014

"eudaimonía" ♣

"Glücklich ist, wer erkennt, dass er auch unglücklich sein darf"
(in Anlehnung an den folgenden Beitrag, #Zeit Wissen, 04.2014)

Heute möchte ich auf zwei großartige philosophisch-psychologische Artikel rekurrieren, die ich kürzlich in der aktuellen Zeit-Wissen-Ausgabe las und von denen ich überzeugt bin, dass sich jeder von uns täglich damit beschäftigt, da er es will - oder muss. Meine Ausgangsthese ist, warum ich trotzdem glücklich bin. "Träume, Ziele, Idealvorstellungen erfüllen aus psychologischer Sicht einen wichtigen Zweck: Sie geben uns Orientierung und motivieren uns". Auch wenn wir unsere Träume wieder verwerfen - z.B. aus Vernuft und Machbarkeit - "richten wir unsere Aufmerksamkeit und psychische Energie auf neue, aber inhaltlich verwandte Träume". (Wrosch-Theorie) "Manche Träume bleiben uns als bittersüße Sehnsüchte erhalten", "bitter, weil sie utopisch sind. Süß, weil sie mit schönen Gedanken verknüpft sind und uns erlauben, das Ersehnte auf der Imaginationsebene zu erleben. Wir versetzen uns sogar gezielt in Sehnsucht, etwa indem wir Musik hören (...). Anstatt utopische Träume zu begraben, verewigen wir sie in unserer Fantasie." (Brigitte Boothe) Ich nenne das: passives Glück.

"Die gute Nachricht (also) lautet: Glück ist noch möglich, das Abendland bleibt bestehen, und wir werden weiterhin nach Liebe suchen. Wir müssen an keinen Gott glauben, wir brauchen nicht zu heiraten, (...)" - puh, na da bin ich aber schon mal erleichtert. Zweite These: "Individualismus ist zum Zwang geworden". "Das Individuum wird paradoxerweise zur Anpassung gedrängt an das große Ideal, individualistisch zu sein. "Anpassungsdruck" (bestimme Leistungskonformität), lautet also das moderne Schlagwort. Eine der schönsten Zitate folgt:
"Der Sinn von Persönlichkeit besteht in der wiedererkennbaren
Selbstdarstellung. Das lateinisch-antike Wort Persona heißt
übersetzt Theater-Maske. Jeder Mensch trägt seine Maske,
jeder Mensch ist Darstellerseiner selbst,
und die Welt ist eine Bühne." (Jens Asendorpf)

©#Ellen von Unwert
Also "im sozialen Alltag ist alles Selbstdarstellung" und wir Blogger wissen, was er meint. "Permanent souffliert der Geist der Zeit: Du musst dich abgrenzen! Du musst interessant sein! Du sollst einmalig sein! Ja, aber wie soll man das sein, wenn es alle sein sollen?". "Er soll Ecken, aber keine Kanten haben. (...) Er soll kontrolliert und rational sein, zugleich aber charismatisch und begeisterungsfähig". Sind wir das? ✔ "Verkürzt gesagt, strebt jeder Mensch nach dreierlei: sozialer Anerkennung, Erfolg und Glück – im besten Fall verschmilzt alles in einem".
© #GNTM '12
Wer ist erfolgreich? Die "Erfolgreichsten unter uns" sind demnach "keine großartigen Visionäre, sondern bescheidene, zurückhaltende, fleißige, zuverlässige und entschlossene Persönlichkeiten, die einen Bereich gefunden haben, in dem sie sich systematisch zu verbessern suchen". ✔ Meine L-Alliteration für Bewerbungsgespräche war immer Leistungsbereitschaft, Logik und Lernfähigkeit, die ich auch ganz gut verkaufen konnte, und die mit den wiss. Erkenntnissen offensichtlich auch gut
© #GNTM '12
vereinbar ist. Und: "Emotionale Stabilität zum Beispiel unterscheidet in nahezu allen Berufen die Erfolgreichen von den weniger Erfolgreichen". Als ich Praktikant im Controlling, also das kleinste Rad am Wagen war, kam eines morgens eine neue Mitarbeiterin aus der Planung völlig in Tränen aufgelöst zu uns in die Abteilung - ihre geplante Tour war geplatzt, da kurzfristig zwei Tester abgesprungen sind; ihre Reaktion: der Emotion (Tränen) freien Lauf lassen und Mitgefühl suchen.. in dem Moment dachte ich: 'Mensch Mädl, das gehört doch hier nicht hin, mach's wenn du zuhause bist und such jetzt lieber nach einer Problemlösung..' - eine Woche später wurde sie entlassen...

Zu guter letzt, das "größte Luxusprodukt unserer Epoche: Zeit". Der postmoderne Mensch "ist nicht imstande, zu sagen, womit genau er seine Zeit aufbraucht, er stellt nur fest, dass er nie genügend hat". Dritte These: "Für alles, was wir beim Menschen an Entwicklung haben, brauchen wir in erster Linie Zeit". Deswegen ist(war) es auch politisch gewollt, die Jahre zum Abitur zu verkürzen, die zeitliche Ausweitung des Studiums zu bestrafen,..., also die sog. "Adoleszenzkrise" (Findungsphase: was will ich und wer bin ich?) zu verkürzen. Von G9 auf G8 - früher soll es sogar noch Menschen gegeben haben, die den G10-Weg gewählt haben, mich übrigens eingeschlossen, weil sie sich in der schulisch-blühenden Atmosphäre sehr wohl behütet gefühlt haben. Du wusstest, ich brauche meine Mitschüler(/-streiter) nicht auszustechen, um meine Wunschausbildung(/-studium) zu bekommen, ich brauchte auch keine E-Mail mit falschen Klausureingrenzungen an die
Nach zehn Stunden Arbeitstag (8³°-18³°) シ
Kommilitonen versenden, damit ich der eine von 100 bin, der den begehrten Masterstudium-Platz bekommt, d.h. das, was der Wissenschaft nach ein sich entwickelnder, glücksorientierter (/-suchender) Mensch anstrebt, wird durch die Politik geradezu verhindert. Ergebnis: 20 Jahre später antworten diese - in ihrer Findungssuche gehinderten - Menschen, in Unternehmerseminaren auf die Frage: "Wovon haben Sie immer schon mal geträumt?", überdurchschnittlich oft mit einem Satz wie jenem: "Mal nackt durch den Wald zu laufen ..."

Resumé: "Dem Zwang zum Glück zu entsagen erfordert eine neue Kompetenz: Mut zur Entscheidung." Und für mich das schönste, weil treffendste Zitat als Epilog:
"Mut zum eigenen Typ zu haben heißt, Mut zu haben,
sich diesen Mut zu gönnen. Es heißt, Mut zu haben,
zu widersprechen und zu scheitern. Es heißt, Mut
zur Neugier, Mut zum kritischen Geist und zur
Absage an vorgefertigte Muster zu haben. Es heißt, Mut
zu haben, vor allem eines zu sein: normal." (Christian Schüle)

Dienstag, 17. Juni 2014

Es wird unmoralisch. Eine experimentelle (Nach-)Forschung.


"Niemand hat die Absicht, Karriere zu machen!“
(in Anlehnung an Walter Ulbricht, 1961)

Ich fand kürzlich das F.A.Z.-Ökonomenranking mit den Top50 einflussreichsten Ökonomen
Ja, ich wollte nur 6 Tafeln; für jedes deutsche
Tor hab ich dann nochma eine Extra gegönnt :p
im deutschsprachigen Raum (in 2013). Dort ergibt sich das Ranking aus der Summe der Einzelpunkte in Medien, Politik und Forschung, was das Gesamtergebnis für mich zunächst unattraktiv macht, jedoch nicht das Einzelranking für den Bereich Forschung. Dieses wird angeführt von dem Leiter des Laboratorium für experimentelle Wirtschaftsforschung (BonnEconLab) Prof. Armin Falk. Das nahm ich zum Anlass, mich mal seinen aktuellen Forschungsprojekten zu widmen. Dabei hat eines ganz besonders für Aufregung (Empörung?) gesorgt, und es damit über den wissenschaftlichen Diskurs hinaus, sogar bis in die kultivierten Wochenblätter (Spiegel, Zeit) geschafft.

©Vogue, 07.2014
Er zeigte studentischen Probanden einen Film, in der eine Maus in einer Glasbox wahrhaftig vergast wurde. Credibility (Glaubwürdigkeit) erzeugen, wie wir es in der Finanzwissenschaft nennen, hieß das Credo.
Das erste Experiment: „Nach dem Film bekamen die Probanden die Verantwortung für eine Maus übertragen - und mussten eine Entscheidung fällen: Sollte ihr Tier am Leben bleiben - oder sterben wie der Nager im Film? Wer sich für die Tötung entscheide, bekomme zehn Euro. Wer ihm das Leben schenke, gehe leer aus, hieß es.“ (Spiegel Online)
Ergebnis: „Als die Teilnehmer des Experiments nach Leben oder Tod des Tiers gefragt wurden, nahmen 40 Prozent die 10 Euro - und opferten die Maus.“

©Vogue, 07.2014
Das zweite Experiment: „Eine zweite Gruppe, die den Film auch gesehen hatte, wurde von Falk und seinen Kollegen in eine Art Marktsituation versetzt. Die Hälfte der Gruppe bekam die Verantwortung für eine Maus übertragen, die andere erhielt 20 Euro. Die Geldbesitzer sollten nun über ein Computernetzwerk versuchen, Mäusebesitzern das Tier abzukaufen - zu einem möglichst niedrigen Preis.
Komme der Handel zustande, werde die Maus vergast, hieß es. Alle wurden darauf aufmerksam gemacht, dass man sich auch gegen einen Deal entscheiden könne - keiner bekomme dann Geld, die Maus bleibe am Leben. Ein Vorschlag, den nur 20 Prozent der Händler annahmen. Der Rest (80%) entschied sich für Bares - und den Tod der Maus. Einige Verkäufer verhökerten das Nagerleben für unter 5 Euro; dem Käufer blieben also mehr als 15 Euro“ (Gewinn). 
#1 Effekt: Hunderte Tiere starben während des Experiments.
#2 Erkenntnis: Schuld und Verantwortung werden auf Märkten stets zw. den Vertragsparteien (Käufer/Verkäufer) geteilt.

Konsequenz: emotionale Bindung ist mein Schlagbegriff. Ich behaupte die These, wenn
Mein's (früher) -> Bruder's (heute)
jeder der Probanden sein eigenes Haustier (Hund, Katze, Eule..) mitgebracht hätte, hätte niemand der Probanden das Geld und damit den Tod des Tieres gewählt!
Mich erinnert das - passend zum Deutschland-Spiel - an eine ähnliche Situation, da ich, als Sparfuchs und verhandlungsfreudiger Zeitgenosse schlechthin, ein Puma-Shirt meines Bruders (10€ Kaufpreis) gegen mein Deutschlandtrikot (70€ Kaufpreis) eintauschte; ich hatte mir das rote Pumashirt von meinem Bruder ausgeliehen und meine Freundin damals hatte ihr rotes Top beim Backen bekleckert, also fiel spontan die Wahl auf den Puma, und so zog sie das rote Shirt als Ersatz an. Daraufhin hätte ich das Shirt für jeden pekuniären/naturalischen Gegenwert, den mir mein Bruder nennen würde, eingetauscht, mithin also nicht mehr hergegeben. D.h. der ideelle Wert setzt also die Marktgesetze, denn rein monetär habe ich mich durch den Tausch in der Differenz ja 60€ schlechter gestellt, außer Kraft.
 Warum Pepe nicht auf's Fußballfeld gehört
oder, Motto: Fifa-Fairplay!-.- :D

Samstag, 14. Juni 2014

gęś cienko ubrany

Es war einmal eine Stopfgans, die lebte und arbeitete auf einem Bauernhof, der auf einem kleinen Hügel lag. Der Blick auf die Skyline der Großstadt, mit seinem Flughafen, war bei klarer Sicht selbst für die kleine Gans so gestochen scharf, dass sie den Firn der Voralpen erahnen konnte; dafür nahm sie sich gerne eine kurze Pause von der oft sehr harten Arbeit auf dem Hof. Wenn es Sommer und sehr heiß wurde, dann war sie die einzige, die man auch dann, wenn die Sonne am höchsten Stand, noch auf dem Feld arbeiten sah, während die anderen Gänse den Schatten aufsuchten. Auch in der wenig freien Zeit, abends nach der Arbeit und Ernteabnahme, wandte sich die Gans meistens von den anderen ab. Trotzdem wurd sie von den anderen geschätzt und doch gemocht, weil ihr stetiger Fleiß und die Bodenständigkeit Respekt hinterließ. 

All die Gänse auf dem Hof teilte eine Angst vor dem Gänserich, unter dessen Regime der Hof stand. Die Gänse sahen den Gänserich selten ein- oder austreten aus der großen Eingangstür des Hofes. Nur einmal, das wussten sie genau, und davor scheuten sie sich alle, Punkt 19 Uhr am Abend trat der füllige und böse Gänserich vor die Gänse und nahm die Ernte einer jeden Gans - grammgenau gewogen - ab, eine Gans die nicht die gewünschte Menge liefern konnte, sah sich in der Folge unzumutbaren Überstunden gegenüber. Mit den Jahren wurde der Gänserich immer gieriger - und wie es hinter vorgehaltener Hand unter einigen Gänsen hieß, auch immer korpulenter. Einen Zusammenhang wollte keine Gans vermuten. Manchmal, da das Wetter ungünstig stand, der Regen ausblieb und die Ernte schlecht war, hatte die Stopfgans das Gefühl, wenn sie von einer kurzen Pause zurück aufs Feld kam, würde die Ernte in ihrem Korb weniger geworden sein; sie hatte den Verdacht, das der Gänserich, den sie für sehr listig hielt, Gänse gegen sie und eine kleine Belohnung aufbegehren ließ, damit der Ernteausfall durch Strafüberstunden der ehrgeizigen Stopfgans kompensiert werden sollte. 

Einige der Gänse fabulierten und floskelten nach der harten Erntezeit, die Stopfgans sei nur mehr eine ausgenomme Gans - bis auf die letzte Hautschicht. Das Leben auf dem Hof war kein günstiges, der Gänserich verlangte eine monatlich steigende Abgabe für einen Schlafplatz - den Gänsen blieb kaum eine Wahl, war der Weg auf den Hügel des Hofes doch beschwerlich und (zu) weit von der Stadt aus. So wurde die Stopfgans mit der Zeit immer dünner, aber die Tatsache, dass sie täglich hart (an sich) arbeiten durfte, stellte sie doch iwie zufrieden; der Gänserich - so ging das Gerücht um-, plante indessen einen Ausbau seines Hofes, sogar mit einer überdachten Therme - eine der Gänse, die oft nächtelang las, wusste, ab einer gewissen Masse würden sich auch Gänse gut über Wasser halten können, der Gänserich hatte inzwischen noch kugelrundere Formen angenommen..

#Das Bild zeigt die Regeneration der Natur vom
Menschen, nur 200m entfernt von meinem Wochenend-
Domizil, #Spiegel-Online Top20 Unwetterbilder
#Ganz vll. laufe ich im Herbst noch in Berlin;
Verhandlungen laufen atm :p #reizvoller Kurs
#Übrigens, +/- 1kg Körperfett entspricht +/- 7000
Kalorien! - na dann mal viel Erfolg.. #Wasserwaage
#google search black and white #ghost image @left-above

Dienstag, 10. Juni 2014

zaburzenia w odżywianiu ☃

 “Als ich Normalgewicht hatte, war ich unglücklich, 
also wird zunehmen mir nicht helfen” 
 (Übergeneralisierung nach Fairburn 1999)

Eine kleine wissenschaftliche Psychologie-Stunde gefälligst? Bitte schön! Schweiger und Sipos (2009) beschäftigen sich in ihren Forschungspapieren mit Symptomen einer ES. Nun, woran erkenne ich also, dass ich - möglweise. - eine ES habe? Ein Auszug.
"Vermeidung von Nahrungsmitteln, deren Kaloriengehalt nicht eindeutig bestimmbar ist, z.B.wenn Oma Suppe gekocht hat" ✔
#KW24, #to be explained soon
"Verwendung von Süßstoffen" ✔
"(Selbst)beschränkung auf eine oder zwei Mahlzeit(en) pro Tag ✔
"Benutzung von Salz, Pfeffer und anderen (scharfen) Gewürzen (...)" ✔
"Vermeidung von Essen in Gemeinschaft, um Ablenkung beim Essen zu vermeiden." ✔
"Einsatz von bestimmten Vorstellungen um den Konsum von Nahrungsmitteln unattraktiv zu machen,
die Sie sonst gerne essen würden. Z.B. die Vorstellung, dass Schokolade durch Mäusekot verunreinigt ist oder die Vorstellung, dass der Koch in die Suppe gespuckt hat." WAS??? Nein!
"Nutzung von Zungenpiercings oder Selbstverletzungen im Mundraum, um die Nahrungsaufnahme zu erschweren" BITTE? Nein!
"Großteil der Nahrungsaufnahme findet zwischen 20:00 und 06:00 statt, essen wenn andere schlafen oder nach nächtlichem Erwachen" ✔
"Störungen des Herzrhythmus" ✔
"Störungen der Sexualhormone" Äh, nein!

Ihr könnt das ja mal für euch durchdeklinieren - weniger als Bestätigung finden könnt ihr ja nicht-, und von Bestätigung ist au' nicht mehr weit zu Akzeptanz, von der aus schon bald die Überzeugung winkt. Übrigens, weitere nice-facts-to-know aus der Studie: "Durch Krankheiten verlorene Jahre gesunden Lebens, bei Essstörungen: 2.125 Jahre" - da hab ich bezügl. der akuten Phase ja exakt das wissenschaftliche Ergebnis getroffen, na, is' doch auch was! Und das beste, auch bei der "ausgewogenen" Ernährung lieg' ich mit - Kohlenhydratanteil ca. 50%, Fettanteil 35%, und Eiweißanteil 15% - voll im Trend der Studie - läuft!

Damit zu den (Selbst-)Reflexionsformen der ES (s. Prolog; Fairburn 1999)
“Wenn ich dünn bin, bin ich etwas Besonderes” (Selektive Abstraktion)
“Wenn ich in einer Woche ein Kilo zunehme, werde ich in zwei Jahren 130 Kilo wiegen” (Dichotomes Denken)
“Wenn ich jemanden mit Übergewicht sehe, mache ich mir Sorgen, dass ich selbst bald so sein werde” (Selbstreferenz)
“Wenn ich zwei Kilo zunehme, kann ich keine Shorts mehr tragen” (Katastrophisierung)
“Ich fühle, dass ich zu dick bin, also bin ich zu dick” (Emotionale Beweisführung :D)

Last, not least, die Persönlichkeitsdimensionen (Big Five) gemäß Eysenck (1916-97). 
Festgelegt vs offen für neue Erfahrungen
Unorganisiert vs gewissenhaft
Introvertiert vs extrovertiert
Kritisch, barsch vs umgänglich, verträglich
Gelassen, entspannt vs angespannt, nervös
Gut, ich sag' mal so: die Übergänge sind fließend. Aber schaut euch unbedingt die Grafik an (Personality Disordered), die's nämlich viel interessanter und amüsanter :p
Zunächst schwankte ich zw. 2 (lila Auto) und 7 (pink) Auto; generell eher Narcissist, aber in dem Autobild denn doch ganz klar Histrionic!^^ Übrigens, Zufall oder Schicksal, dass ausgerechnet die zwei pot. Autos meine Farben tragen - ein Schelm der Böses dabei denkt...würd mich ja mal interessieren, welches Auto "euer geparktes" wär :p


Samstag, 7. Juni 2014

Work hard. Run harder.

If I could be like that
I'd give anything
Just to live one day
In those shoes.
If I could be like that, what would I do?
What would I do?
Now and dreams we run.
(Be Like That - 3 Doors Down)

Mein Bruder hatte für dieses Wochenende sozus. im Soge des Pfingstferienrausches, die gloreiche Idee mit seiner Vogelscheuche, für die er nebenbei noch nen Schwenk zum Länderspielort macht, in Norden zu cruisen - ja gut, sein Bauch bietet ja auch reichlich Platz für viele und große Ideen, insofern sage ich danke, dass ich dieses we bei dem Wetter den Balkon (Südseite) für mich alleine hab; übrigens, kennt jmd das Stuttgarter Begrüßungsgeschenk? Ganz genau: Regen! Und für besondere Gäste gibt's direkt'n doppelten Regenschauer, da kenn' die gar nichts - jedes mal dasselbe-.- wie schön, dass ich ja jetzt hier bin, prompt kommt das Sönnchen und mit ihr die Hitze - endlich :p Passend dazu endlich mal meine aktuelle Sommer-Lauf-Playlist (zumindest das, was youtube zulässt-.-) Wo ich schon dabei bin, meine Laufanalyse (s. Excel-Sheet) liefer ich gleich mit..

#1 Gabrielle - Dreams (can come true)
#2 N Sync - I'll never stop^^ (Alternativ: Galleon - So i begin)
#3 Patrick Miller - Dancing in London
Tim Bendzko - Ohne zurück zu sehen (Emma Stone *-*; alternativ: Unter die Haut)
#5 Kiss - Crazy Nights (Live-.-)
#6 Bee Gees - You win again
#7 Armin van Buuren feat. Cindy Alma - Beautiful Life
#8 U2 - Beautiful Day (Alternativ: Vertigo)
#9 Ti-Mo - Light of Love (Alternativ: Go! / Radio)
#10 Armin van Buuren - Youtopia 
#11 Armin van Buuren - Waiting for the night
 
Von 11°° bis 13°° durch die prallende Mittagssonne/-hitze laufen - just amazing.. bis zur höchsten Kuppe, dann runter ins Aichtal und wieder raufkraxeln - Nostalgie pur (Mainzer Lerchenberg), mehr geht nicht. Dort, wo nur Ackerlandbau ist, kein Schatten, keine Menschenseele, pure Einöde, Schimmern über dem Asphalt und Anstiege, vergleichbar der Voralpen, dort bin ich glücklich. Für diese Momente lebe ich, wenn sich das Gefühl einschleicht, in diesem Augenblick gehört mir ganz allein die schöne Natur dort draußen..

Donnerstag, 5. Juni 2014

„Who does not meet, does not mate“

"Es ist besser ein unzufriedener Mensch als ein zufriedenes Schwein zu sein; lieber ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Dummkopf sein."  
(John Stuart Mill)

Zunächst gibt es zwei unterschiedliche Ansätze der Paartheorie, mithin der Partnerfindung. Zum einen die immer häufigere Homogamie, d.h. (annährend) gleiche Persönlichkeiten (Mann und Frau), also zwei schöne oder auch zwei hässliche und/oder zwei große bzw. kleine und elementarer noch: zwei (un-)gebildete oder mit kongruenten Werten, binden sich einander. Demgegenüber steht die sog. Heterogamie, also wenn z.B. arm und reich, dick und dünn oder klug/kultiviert und doof/ungebildet sich finden. (Überspitzung verdeutlicht). 

#Männer-Präferenz stimmt ausdrücklich!
#Frauen-Präferenz bezgl. soso? Na denn..
Wozu führt das jetzt modelltechnisch? Nun es gibt vier mögliche Konstellationen, jeweils
gegeben eine (un-)gleiche Verteilung von Männlein und Weiblein.
Ergebnis: die stetige Homogamiesierung unserer Gesellschaft ("gleiche" Paare) führt
zur Vereinsamung, denn dadurch, dass wir uns klare Kriterien setzen ("Matching-Algorithmus": soll so wohlhabend sein wie ich, soll so dünn sein wie ich, soll so unordentlich sein wie ich oder soll so faul sein wie ich) Grenzen wir potentielle Kandidaten(innen) des anderen Geschlechts kategorisch aus, was bei dem gegebenem Zustand einer Ungleichverteilung (mehr Männer als Frauen) im theoretischen Modell (und empirisch!) [s. Grafik b2] zu (un-)glücklichen Singles auf Lebensdauer führt. Das heißt, um uns aus diesem Zustand zu befreien, müssten also diejenigen Frauen/Männer, dessen Bedürfnisse am Markt nicht mehr befriedigt werden konnten, für deren Nachfrage also kein (physisches) Angebot mehr bereitstand, ihre Kriterien (sukzessive) auflockern, d.h. wenn die kluge Frau vorher sagte: doofen Mann möchte ich nicht! - oder der dicke Mann sagte: dünne Frau will ich nicht.. - nun mehr sagten: 'Mein Gott, bisschen doof ist schon okay' bzw. 'och, an paar Knochen hab ich noch nichts auszusetzen', dann könnten wir uns im Modell auf a2 ("(Paar-)Maximierung") einpendeln. 

#Doppelter Doppelpack
Klar ist, durch die individuelle Homogamie steigt gleichzeitig die gesellschaftliche Ungleichheit, mithin bilden sich sog. Cluster, von denen wir dann über die Medien als "soziale Brennpunkte" oder 'elitäre Nester' Notiz nehmen. Leuchtet ein, wenn ich zum Tennis gehe werde ich dort wahrscheinlich nicht das Couch Potato finden oder wenn ich zum Wochenmarkt gehe, wird das schwierig den Fast-Food-Junkie anzutreffen. Kriterien-Korrelationen -Kausalitäten mithin also als Verstärker des Homogamiesierungs-Effekt.
Zusätzlich zu meinen Implikationen aus dem Vorlesungsskript von Prof. Dr. Josef Brüderl, erinnere ich mich, kürzlich einen Dialog mit Richard David Precht gesehen zu haben, der dort, wie ich finde, treffend weil plausibel einen weiteren Paradigmenwechsel erklärt. "Heute haben Frauen die gleichen Wahlmöglichkeiten wie die Männer, schon allein dadurch muss sich die Scheidungsrate erhöhen und je mehr wir die Chance haben, uns auszusuchen, mit wem wir zusammen sein wollen, umso höher ist auch das Risiko, dass eine Beziehung nicht klappt - wir haben ja immer noch die Chance jmd. anderes zu bekommen." (über "keine Identität ohne Liebe") Und damit führen sich beide Ansätze zusammen, als er damit die Inhärenz von Unabhängigkeit für die Moderne Frau in der Homogamie impliziert.

Montag, 2. Juni 2014

podknąć sie ale nie upaść ♡

'Wenn mich jmd. nach Überquereung des Halbmarathons gefragt hätte, warum tust du dir das Ganze jetzt nochmal an? Ich hätte nur eine Antwort gefunden: Weil es mein Leben ist!
#da wo ich bin, ist hinten :D km11
#mein Blick: restlos bedient! vor km20
#starke Gruppe ©DerWesten, ©runnersworld
Rückblende: kurz nachdem ich mich in den erweiterten Startbereich begab, kam auch schon
der Kollege, der mich vor einem Jahr just an diesem Ort zu damals beeindruckenden 3:04h zog und seine ersten Worte waren in etwa so: "du bist ja nochmal 1,2 kg weniger als letztes Jahr - wieviel hast'n jezz noch, 60kg?" Ich musste laut lachen und beließ es bei: 'schön wär's!'. "Was haste heute vor?", ergänzte er noch. 'Wenn ich mir die 2:59h nicht zutrauen würde, stände ich nicht hier'. Wenig später kam dann auch mein Windschatten, der 3:00h Pacemaker, ein kleiner Deutsch-Chinese, der heute mein Zugpferd spielen sollte. Vom ersten Meter fühlten sich meine Beine jedoch wie Blei an, das war die Ernüchterung, ließ mich aber zunächst nicht von meinem Plan abweichen. Die ersten 10km vergingen in 42Min+ - ganz gemütlich also. Damit war auch klar, von nun an musste es eher schneller, denn langsamer werden. Wenn mir jemand nach km1 gesagt hätte, ich laufe mit der inzw. sehr klein gewordenen 3:00h-Gruppe über die 20km-Marke, ich hätte es für unwahrscheinlich gehalten, jedoch ist mein Kopf zu stark um vorschnell kleinbei geben zu können. Bis zum Halbmarathon konnte ich Sichtkontakt halten, blieb auch noch im Plan (1:29h ☝) - war aber an jenem Punkt vollkommen leer, es ging nichts mehr ☟.

So gegen km25 - während ich bereits "austrudelte" erreichte mich dann der besagte und sehr von mir geschätzte Laufkollege und er sagte: "Komm Sören, jetzt wie letztes Jahr, auch für 3:15h lohnt es sich zu kämpfen!" Dann passierte etwas, für das ich zunächst nicht in Verdacht stehe; ich hörte auf mein Herz, gab der Gesundheit Vorrang, als ich mich schnell wieder von ihm verabschiedete und ihm noch viel Erfolg wünschte! Dann begann das, warum es für mich keinen schöneren Marathon in Deutschland gibt: die Straßen-Serpentinen durch ganz normale Wohngebiete, wo in fast jeder Straße ein Fest gefeiert wird, mithin großartige Stimmung und support zu genießen ist - etwas, für das ich ja heute auf dem zweiten Teilstück besonders viel Zeit haben sollte und das absolute Highlight kam dann in einer 90-Grad-Kurve, da Menschen fast in 10er Reihen die Strecke säumten und ich mich zunächst als Dank verneigte und sogleich alle zu animieren versuchte, Mal so richtig den
#Duisburg-Marathon #2 in 2014
Papa zu pushen - mit einer Pirouette in der Kurve sollte mir das gelingen, atemberaubend, wie der Lärmpegel in dem Moment stieg. Wenn du in ein Stadion mit Bundesligaformat, wie es das Wedaustadion des MSV ist, auf der Gegengeraden zum Ziel einläufst und da steht jmd. und ruft deinen Namen, schreit noch dazu: "jaaa, ich wusste du läufst durch!", dann hast du entweder eine sportverrückte Familie oder du kennst einen großartigen Läuferkollegen.

Wenn ich schon einen Läuferkollegen lobpreise, dann kann ich euch nicht davon befreien, auch noch meine gestrige Läuferfavoritin vorzustellen.
Rückblende²: Ich sitze in der Nähe des Starts auf einer Bank, spreche zu der Schokolade in
Irgendetwas hab ich richtig gemacht
mit meinem Sport - mehr geht nicht!
©Monika W., ©DerWesten, ©runnersworld
meinem Bauch (300g) und frage sie, 'warum verlässt du mich in diesem Moment, jetzt, da ich doch mein Herz so sehr brauche?', als bereits zwei Stunden vergangen, in dem mein Herz nahe des Maximalpulses pochte, um die Verdauungsgelüste der Nugatschoki zu befriedigen; ich überschlug: zwei Stunden auf der Uhr, Minimum drei derartiger Belastung nochmal oben drauf - ich möchte nicht mein Herz sein, dachte ich, ehe mich ein kalter Schauer überkam, der kein Körperteil ausließ - die pure Angst. Im Augenwinkel meines linken Auges sah ich eine große Frau, überaus gut gelaunt, dunkellange Haare, blaue Augen, gebürtige Polin oder Russin, soviel war sicher, so sicher, wie sich meine Angst in grenzenlose Motivation wandelte. Ich blickte zum Himmel, murmelte fragend, dass mir so ein Erlebnis geschenkt wird; und empfand leise Dankbarkeit - es war der Moment, da ich wusste: ich werde es schaffen..