Donnerstag, 16. Mai 2013

Zeit, mein treuester aller Freunde, warum rennst du mir bloß so davon?


Kürzlich las ich einen Öffentlichkeitsartikel meiner ehem. Klinik, die Zeit liegt zwar schon gut drei Jahre zurück, und doch ist sie nicht löschbar, weder gewollt noch gekonnt. Abgeschlossen ist eben nicht gleich abgeschlossen, das lehrte uns schon die englische Vergangenheitsgrammatik.

Ein Extrakt:
„Die Hilflosigkeit“, sagt Susanne H.* „die ist am schwierigsten zu ertragen. Das eigene Kind zu 
beobachten, wie es fast verhungert– das treibt einen zur Verzweiflung.“ Seit mittlerweile zwei Jahren bestimmt die Magersucht das Leben ihrer erwachsenen Tochter. Und selbst an der Grenze zu 
starkem Untergewicht empfand sich die Studentin noch als zu dick. „Da wünscht man sich als Mutter nur, dass sie doch bitte endlich wieder zu Verstand kommt. Sie muss es doch selbst im Spiegel 
sehen...“ Für die alleinerziehende Mutter eine schwer zu ertragende Situation. 

 „Mir war klar, dass die Essstörung das Leben meiner Tochter bestimmt – 
und gefährdet.“ So wusste sie auch, dass ihr Kind im Spiegel nie die abgemagerte junge Frau sehen, 
sondern sich immer noch zu dick fühlen würde. Die Mutter zögerte deshalb auch nicht, sich Rat und 
Hilfe von anderen zu holen. 

Erst als die Tochter von Susanne H. nur noch 39 Kilogramm wog und aus eigener Kraft nicht mehr gehen konnte, ließ sie sich von einer stationären Therapie überzeugen. In der Schön Klinik standen ihr Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte und auch andere betroffene Patienten hilfreich zur Seite. Eine große Entlastung für die besorgte Mutter. „Trotzdem habe ich weiter nächtelang im Internet gesurft, Bücher gelesen und mit Freunden gesprochen, um zu verstehen, was da mit uns passiert ist“, erinnert sich Susanne H.

 „Man ist verzweifelt, versucht seinem eigenen Kind zu helfen 
und muss sich dann auch noch Vorwürfe anhören wie: Gib deinem Kind doch mehr zu essen!“ Fragen 
wie „Bin ich schuld?“ werden deshalb übermächtig.

Die Wahrheit ist nicht immer angenehm, und nicht selten unangenehm, was wiederum wahr ist.






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Die Zeit schafft Geschichten. Diese Geschichten lassen sich in Bildern erzählen. Diese Bilder können zu einem Kunstwerk aus Farben, Erinnerungen und Anregungen werden. Das nenne ich Collage. Und lasse wiederum Bilder sprechen:






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Es sind nur noch 9 Tage bis zum deutschen Champions League Finale, eine viel schönere Vorfreude ist jedoch, dass es nur noch 10 Tage sind bis zu Roland Garros 2013. Endlich zeigt sich Paris wieder von seiner alljährlich sportlichen Seite. Ein Gewinn für alle.



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Habt ihr's gelesen? Na, wenn nicht gelesen, dann zumindest gesehen:

Deutschland in Angst vor dem Kartoffelkartell!

Kein Witz! Die Verbrechen werden nicht waffentechnisch durch Kartoffeln substituiert, diese Illusion muss leider postwendend verworfen werden. Der Titel rekurrierte lediglich auf die Preisabsprachen eines Oligopols, das sich die Kartoffeleigenschaft als homogenes und substituierbares Gut zu nutze machte. Mit einem Anruf versteht sich. Welch ein Segen, dass dem Deutschen seine Kartoffel auf dem Teller heilig ist. Eine Erkenntnis, die sich aber in den jungen Generationen - nicht nur die eingangs oben falsifizierte Gruppe - nicht mehr allzu nachhaltig weiter gesprochen hat, insofern wird die künftige Zeit das Problem per se lösen.

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Diese Woche habe ich mich für einen Menschen der Woche entschieden: And the oscar goes to..
.. Leonardo DiCaprio!

Das Bild der Woche referiert auf ein Accessoire, dem ich normalerweise keine große Aufmerksamkeit teile:



Und zu guter letzt möchte ich noch eine Hypothese in die Welten der Online-Galaxie werfen:

H1: Ist es nicht so, dass es zwei Arten von Menschen gibt. Zum einen die selbstreflexiven Sinnierer. Förmlich oder frei als Wissenschaftler zu bezeichnen, die stets ihre Umwelt in polymeren Kontexten reflektieren, dabei gerne eine vergleichende Selbstreflexion nicht vermeiden, sich damit auch nicht immer einen Gefallen tun. Zum anderen die kurzweilig orientierten Monokausalisten, die ihre Gedanken verdrängen und/oder sich mit der immer größer werdenden Selektion an (Online-)Medien beschäftigen und dort verweilen.

4 Kommentare:

  1. Hey,
    hab GNTM grad im Internet weitergeschaut da mein PC gestern beim LiveStream abstürzte.
    Wenn du Lust hast guck die Folge doch nach, ich mochte sie:) Music Edition und sie mussten Musikvideos nachstellen und meine Anna Maria hat einen Job ergatttert.
    Leider ist Marie rausgeflogen, obwol Maike gewackelt hat. Öhm ja:)

    das wars soweit, man wird sehen wen's nachher ins Finale verschlägt:)

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  2. Als Mutter muss das sehr hart sein.. Als Tochter ist es das aber mindestens genauso.

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  3. Mag sein. Ist wahrscheinlich sehr oft so. Aber was ist, wenn du miterlebst wie deine Mutter daran beinahe zu Grunde geht und sich unheimlich Sorgen macht? Deine Familie auseinanderfällt, weil sich alle wegen deiner Krankheit streiten?
    Klar für dich selbst ist es ein "Traum-Zustand", aber was wenn du mit deinem Traum das Leben anderer "zerstörst"?

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  4. Natürlich ist dein Ansatz nicht falsch, ich hoffe das kam nicht so rüber als wollte ich das damit sagen.
    Ich glaube jede Suchterkrankung hat diese Seite - diese Seite die, auch wenn man nichts ändern will, keinen Ausweg sieht oder glücklich mit der Situation ist, trotzdem manchmal zeigt was man anderen damit antut und Zweifel aufkommen lässt. Allein schon deshalb, weil man selbst meint, es würde alles "in Ordnung sein" & man mit der Situation zufrieden ist. Andere dann leiden zu sehen, obwohl ma doch sein "Glück" gefunden hat, ist hart.. und dann wirkt die Situation irgendwie aussichtslos. Als Eltern ist es schlimm weil man nichts dagegen tun kann, als Kind ist es schlimm weil man die Familie belastet und meist selber gar nicht wirklich bachvollziehen kann, wieso sich alle solche Sorgen machen.

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